Investoren stellten im Juni-Quartal 35,6 Prozent der neuen australischen Hypothekenvergabe
Australiens Bankenaufsicht beziffert Investorenkredite im Quartal bis Juni 2026 auf 35,6% der Neuvergabe, 1,48 Punkte mehr als im Vorjahr, bei rückläufiger Vergabe mit hohem Beleihungsauslauf.
Investoren stellten im Quartal bis Juni 2026 35,6% der neuen australischen Hypothekenvergabe, 1,48 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresquartal. Das geht aus der Immobilienengagement-Statistik hervor, die die australische Aufsichtsbehörde für das Finanzwesen am 17. September 2026 veröffentlicht hat. Selbstnutzer kamen auf 61,9%, ein Rückgang um 1,72 Punkte. In einem einzelnen Quartal ist die Verschiebung klein, kumuliert ist sie gross, denn aus dem Neugeschäft wird mit der Zeit der Bestand.
Das Neugeschäft ist schon weiter als das Buch
Das ausstehende Wohnbaudarlehensvolumen erreichte Ende Juni 2 558,5 Milliarden australische Dollar, ein Plus von 7,0% gegenüber 2 391,8 Milliarden ein Jahr zuvor. Innerhalb dieses Buchs entfielen 66,7% auf Selbstnutzerdarlehen, 0,8 Punkte weniger als im Vorjahr, und 31,2% auf Investorendarlehen, 0,72 Punkte mehr.
Stellt man beide Grössen nebeneinander, wird die Richtung lesbar. Investoren halten 31,2% des bestehenden Buchs, schreiben aber 35,6% des neuen. Die Lücke von 4,4 Punkten zwischen Bestands- und Neugeschäftsanteil ist der Mechanismus, über den sich die Zusammensetzung der australischen Hypothekenschuld verändert, und sie wirkt weiter, solange die Lücke offen bleibt.
Die im Quartal ausgezahlten Neukredite beliefen sich auf 200,5 Milliarden australische Dollar, 6,8% mehr als 187,6 Milliarden ein Jahr zuvor. Das ist etwas langsamer als das Bestandswachstum von 7,0%, was ungewöhnlich ist und eher im nächsten Quartal beobachtet als in diesem überinterpretiert werden sollte.
Die Verschiebung geschieht mit weniger, nicht mit mehr Hebel
Der naheliegende Einwand gegen einen steigenden Investorenanteil lautet, er komme mit dünneren Eigenmitteln und überdehnten Schuldnern. Die Zahlen dieses Quartals zeigen das nicht.
Kredite mit einem Beleihungsauslauf von 80% oder mehr machten 29,7% der Neuvergabe aus, 0,72 Punkte weniger als im Vorjahr. Kredite mit einem Schulden-Einkommens-Verhältnis von sechs oder mehr lagen bei 5,6%, 0,1 Punkte höher und damit praktisch unverändert. Australische Banken vergeben einen grösseren Anteil an Investoren und schreiben zugleich geringfügig weniger Kredite mit hohem Beleihungsauslauf und hohem Einkommensvielfachen als vor zwölf Monaten.
Diese Kombination ist ungewöhnlich. Sie besagt, dass die Verschiebung daher rührt, wer Kredit aufnimmt, und nicht von gelockerten Standards.
Was ein australischer Investor tatsächlich kauft
Unsere Australien-Zeile bewertet den nationalen Markt zum Stichtag 13. September 2026 mit 471 613 USD je Wohneinheit bei einer Monatsmiete von 1 921 USD je Wohneinheit. Beide stammen aus derselben nationalen Angebotsreihe für Eigentumswohnungen, weshalb das Paar ein exaktes Verhältnis ergibt: eine Bruttorendite von 4,89%, die nach einer effektiven Besteuerung der Mieteinnahmen von 30% auf 3,42% fällt, einer der höchsten Sätze unserer Abdeckung.
Diese Zahl gehört neben die der Aufsicht. Wer heute auf diesem Niveau in den Markt eintritt, kauft eine Nachsteuer-Ertragsrendite von rund dreieinhalb Prozent. Der Rest der Rechnung muss aus Wertsteigerung kommen, und davon gab es in den vergangenen zwölf Monaten reichlich: Die Preise liegen in australischen Dollar 10,8% und in US-Dollar 22,4% höher, weil der australische Dollar im selben Zeitraum 10,5% gegenüber dem US-Dollar zulegte. Über zehn Jahre steht der Markt in Landeswährung 65,7% und in Dollar 56,1% höher. Unser Blasenwert für Australien beträgt 61, im erhöhten Band, die gesamten Transaktionskosten liegen bei 7,3%.
Diese Abwägung kann eine Datenseite nicht entscheiden. Eine Nachsteuerrendite von 3,42% lässt wenig Puffer, falls die Wertsteigerung stockt, und australische Immobilienwerte haben in diesem Jahr bereits Monatsrückgänge verzeichnet.
Eine Grenze auf unserer Seite gehört klar benannt. Für Australien veröffentlichen wir überhaupt keinen Quadratmeterpreis, weil kein Herausgeber einen solchen für den bestehenden Wohnungsbestand ausweist und jede verfügbare durchschnittliche Wohnfläche ausschliesslich Neubauten beschreibt, die deutlich grösser sind als der Bestand. Ein aus Neubauflächen abgeleiteter Quadratmeterpreis würde den tatsächlichen Wert weit unterschätzen. Die obige Rendite ist davon unberührt, weil Preis und Miete beide je Wohneinheit gelten und die Fläche nicht in das Verhältnis eingeht.
Ausländische Käufer sollten zudem die auf der Zeile vermerkte Eigentumsregel beachten: Käufe sind auf Neubauten beschränkt, Bestandswohnungen sind ihnen durch eine von 2025 bis 2027 laufende Massnahme verschlossen.
Sources: Australian Prudential Regulation Authority, Quarterly Authorised Deposit-taking Institution Property Exposures, June 2026 highlights, 17 September 2026 https://www.apra.gov.au/quarterly-authorised-deposit-taking-institution-property-exposure-statistics-june-2026-highlights
Market data: Australia