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Bauen in Österreich um 4,9 Prozent teurer – Baukosten überholen Wohnpreise

Der Baupreisindex der Statistik Austria stieg im zweiten Quartal auf 104,9 Punkte, ein Plus von 4,9% zum Vorjahr. Tiefbau legte 7,0%, Wohnbau 3,6% zu.

Der österreichische Baupreisindex erreichte im zweiten Quartal 2026 einen Stand von 104,9 Punkten und lag damit 4,9% über dem Vergleichsquartal 2025 sowie 3,1% über dem ersten Quartal, wie die Statistik Austria am 10. August mitteilte. Mit dem Basisjahr 2025 misst der Index gut ein Jahr aufgelaufener Kostensteigerungen – bemerkenswert ist dabei vor allem der Quartalswert, denn 3,1% in drei Monaten laufen der Jahresrate voraus.

Straßen und Brücken treiben, nicht der Wohnbau

Die beiden Hälften des Index haben sich voneinander gelöst. Der Tiefbau steht bei 106,8 Punkten, ein Plus von 7,0% im Jahresvergleich und 4,7% zum Vorquartal, der Straßenbau bei 107,3 (+7,5%), der Brückenbau bei 106,6 (+6,8%). Deutlich ruhiger verläuft der Hochbau mit 103,7 Punkten, +3,6% zum Vorjahr und +2,2% zum Vorquartal. Der Wohn- und Siedlungsbau – jenes Segment, das unmittelbar in die Preise neuer Wohnungen einfließt – liegt exakt auf diesem Niveau, bei 103,7 Punkten und +3,6%, der sonstige Hochbau minimal darüber bei 103,8 (+3,8%).

Eine schmale, aber positive Marge für Entwickler

Die österreichischen Wohnimmobilienpreise legten nach der jüngsten Eurostat-Lesung um 4,2% im Jahresvergleich zu, während die Wohnbaukosten um 3,6% stiegen. Wer heute in diesen Markt hinein verkauft, holt also etwas mehr herein, als die Kosten gestiegen sind – viel ist es allerdings nicht. Die andere Hälfte dieser Rechnung wiegt für Käufer schwerer: Vorleistungen, die binnen eines Jahres um 3,6% teurer geworden sind, verbilligen sich nicht wieder. Das zieht einen Boden unter die Angebotspreise im Neubau, ganz gleich, wohin sich die Nachfrage als Nächstes bewegt.

Wo Österreich bei Preis und Rendite steht

Glopra führt Österreich landesweit bei rund 4.800 US-Dollar je Quadratmeter. Die Zahl stammt aus der Publikation der Statistik Austria zu den Durchschnittspreisen von Immobilien 2025 – ein aus Grundbuchtransaktionen gebildeter nationaler Median von 4.162 €/m² für Wohnungen und 2.836 €/m² für Häuser – und wurde gegen die 4.300 €/m² des Global Property Guide gegengeprüft; beide Werte liegen weniger als 3% auseinander. Wien kommt auf 5.464 €/m², woraus sich ein Verhältnis von Land zu Hauptstadt von 0,77 ergibt – im europäischen Vergleich unauffällig.

Die Bruttomietrendite beträgt 3,82% und zählt damit zu den niedrigsten in Glopras europäischer Abdeckung; nach der standardisierten Mietsteuer von 21,17% für Nichtansässige bleiben vor Betriebskosten noch rund 3,0% netto. In einem so eng bepreisten Markt liest sich die Baukosteninflation weniger als Kostenposition denn als Prognose darüber, wie viel neues Angebot tatsächlich entstehen wird.

Sources: Statistik Austria, Baupreisindex Q2 2026 (10 Aug 2026) https://www.statistik.at/statistiken/industrie-bau-handel-und-dienstleistungen/konjunktur/baupreisindex; ImmoFokus https://immofokus.at/a/bauen-verteuerte-sich-in-oesterreich-im-2-quartal-2026-weiter

Market data: Austria