Österreichs Wohnimmobilienpreise auf Rekordniveau: plus 5,1 Prozent im zweiten Quartal
Österreichs Wohnimmobilien verteuerten sich im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent. Bestandsobjekte legten 5,1 Prozent zu, Neubauten 4,9 Prozent, vorläufig.
Wohnimmobilien in Österreich kosteten im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent mehr als im gleichen Quartal 2025. Die Statistikbehörde überschrieb ihre Aussendung vom 23. September mit dem Befund, dass die Preise für Wohneigentum im ersten Halbjahr auf Rekordniveau gestiegen sind. Der Gesamtindex lag bei 105,00 gegenüber der Basis 2025 gleich 100. Sämtliche Werte sind vorläufig.
Der Bestand ist die schnellere Hälfte
Bestandsobjekte erreichten 105,27 Punkte und damit ein Jahresplus von 5,1 Prozent. Neu errichtete Objekte kamen auf 104,13 Punkte und 4,9 Prozent. Zwischen beiden Segmenten liegen nur zwei Zehntel Prozentpunkte, oben steht jedoch der ältere Bestand — und das ist jenes Segment, das eine Käuferin aus dem Ausland ohne Warten auf einen Fertigstellungstermin tatsächlich erreichen kann. Da die Basis der Jahresdurchschnitt 2025 ist, besagt ein Indexstand von 105,00, dass eine typische österreichische Wohnimmobilie im zweiten Quartal rund ein Zwanzigstel mehr kostete als im Vorjahr insgesamt.
Der Nachbar geht in die andere Richtung
Den Vergleich, der die österreichische Zahl einordnet, lieferte einen Tag später das Statistische Bundesamt in Wiesbaden: für exakt dasselbe Quartal ein Plus von 0,6 Prozent im Jahresvergleich. Zwei benachbarte deutschsprachige Märkte, dieselben drei Monate, 4,5 Prozentpunkte Unterschied. Österreich folgt dem größeren Nachbarn nicht, und niemand hat es verlangt.
Was eine Käuferin tatsächlich zahlt
Die Angebotspreise für österreichische Eigentumswohnungen liegen bei rund 7242,70 Dollar je Quadratmeter, die Angebotsmieten bei etwa 18,55 Dollar je Quadratmeter und Monat. Daraus ergibt sich eine Bruttomietrendite von 3,07 Prozent, die nach Abzug eines standardisierten effektiven Steuersatzes von 21,17 Prozent auf Mieteinkünfte Gebietsfremder auf 2,42 Prozent sinkt. Die Kaufnebenkosten belaufen sich auf etwa 10,1 Prozent des Preises. Erworben wird Volleigentum, doch Käufer von außerhalb der Europäischen Union benötigen die Zustimmung jenes Bundeslandes, in dem die Liegenschaft liegt — und jedes Land schreibt sein eigenes Grundverkehrsrecht, statt einer bundesweiten Vorlage zu folgen.
Der Rekord steckt im Preis, nicht in der Rendite
Über zehn Jahre sind die österreichischen Preise um 61,2 Prozent gestiegen, über fünf Jahre um 13,9 Prozent. Stellt man den Zehnjahreswert neben eine Bruttorendite von 3,07 Prozent, spricht die Rechnung für sich: Die Miete, die einen Kauf bedienen muss, ist dem Kaufpreis nicht gefolgt. So sieht ein nominaler Rekord von der Ertragsseite aus, und deshalb trägt der Markt in der Bewertung ein mittleres und kein niedriges Etikett — 54 von 100 auf einer Skala, auf der höhere Werte eine stärker gedehnte Bewertung anzeigen. Wer in den Rekord hinein kauft, kauft Wertsteigerung, während die Rendite einen immer kleineren Teil der Einstiegskosten deckt.
Sources: Statistik Austria, Haeuserpreisindex und OOH-PI, second quarter 2026 preliminary results, press release of 23 September 2026 https://www.statistik.at/statistiken/volkswirtschaft-und-oeffentliche-finanzen/preise-und-preisindizes/haeuserpreisindex-und-ooh-pi; Statistisches Bundesamt (Destatis), Prices of residential property in the second quarter of 2026, 24 September 2026 https://www.destatis.de/EN/Press/2026/09/PE26_336_61262.html
Market data: Austria