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Weltweite Immobilienpreise sanken im ersten Quartal real um 1,2 Prozent – Portugal führt mit 15 Prozent

BIZ-Daten zeigen für das erste Quartal 2026 real 1,2 Prozent niedrigere Immobilienpreise weltweit bei nominal plus 1,7 Prozent; Portugal führt mit rund 15 Prozent.

Die weltweiten Wohnimmobilienpreise sind im ersten Quartal 2026 real um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, während sie nominal um 1,7 Prozent zulegten. Das geht aus der am 27. August veröffentlichten Statistik zu Wohnimmobilienpreisen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hervor. Die Lücke zwischen beiden Zahlen ist die eigentliche Geschichte: In Landeswährung steigen die Preise fast überall weiter – und verlieren zugleich in den meisten Ländern gegenüber den Verbraucherpreisen an Boden.

Nominal aufwärts, real abwärts

Ein nominales Plus von 1,7 Prozent bei einem realen Minus von 1,2 Prozent impliziert eine Inflation von annähernd 3 Prozent über die erfassten Volkswirtschaften hinweg. Für Eigentümer heißt das praktisch: Ein Schlagzeilengewinn von 2 oder 3 Prozent ist nach Berücksichtigung der Kaufkraft überhaupt kein Gewinn. Die BIZ-Reihe ist die einzige breit genutzte Kennzahl, die diese Bereinigung über Dutzende Märkte hinweg konsistent vornimmt – weshalb sie nationalen Schlagzeilen, die nominal zitiert werden, regelmäßig widerspricht.

Portugal an der Spitze, China und Kanada am Ende

Den größten realen Anstieg verbuchte Portugal mit rund 15 Prozent, vor Nordmazedonien mit etwa 13 Prozent und Bulgarien mit etwa 11 Prozent. Am anderen Ende fielen China und Kanada real jeweils um rund 7 Prozent, Neuseeland um etwa 4 Prozent. Von den 57 erfassten Volkswirtschaften zählt idealista in derselben Veröffentlichung 39 steigende, 14 fallende und 4 weitgehend stabile Märkte. Eine Spanne von mehr als 20 Prozentpunkten zwischen oberem und unterem Ende dieser Liste spricht dagegen, „den globalen Wohnungsmarkt“ als eine einzige Größe zu behandeln.

Asien richtet den Schaden am Durchschnitt an

Die fortgeschrittenen Volkswirtschaften lagen mit real −0,2 Prozent nahezu unverändert. Die Schwellenländer fielen um 2,0 Prozent, und innerhalb dieser Gruppe verlor Asien 4,3 Prozent – der größte einzelne regionale Bremsfaktor für die globale Zahl. Ohne Asien liest sich das Weltbild eher als Stagnation denn als Rückgang. Genau diese Konzentration macht eine Aggregatzahl zu einem schlechten Ratgeber für jeden einzelnen Markt.

Wo unsere eigenen Momentaufnahmen stehen

Glopra beobachtet mehrere der in der Veröffentlichung genannten Märkte. Portugal, der Spitzenreiter, weist in unserer jüngsten Momentaufnahme rund 2.659 US-Dollar je Quadratmeter bei einer Bruttomietrendite von 4,29 Prozent aus, dazu ein nominales Jahresplus von 17,8 Prozent im nationalen Index – höher als der reale BIZ-Wert, eben weil unsere Zahl nicht inflationsbereinigt ist. Spanien, ebenfalls unter den stärkeren europäischen Märkten, liegt bei etwa 2.331 US-Dollar je Quadratmeter mit 5,45 Prozent Bruttorendite. Die Vereinigten Staaten, von der BIZ real der Gruppe zwischen Stagnation und Rückgang zugeordnet, zeigen ein nominales Jahreswachstum von 2,2 Prozent bei 6,71 Prozent Bruttorendite.

Die Zahl ehrlich lesen

Ein einzelnes Quartal eines global aggregierten Index sollte keine Entscheidung über eine konkrete Immobilie in einer konkreten Stadt tragen. Was diese Veröffentlichung tatsächlich belegt, ist eine Verteilung: eine klare Mehrheit weiter steigender Märkte, eine kleinere Gruppe mit deutlichen Rückgängen und ein Durchschnitt, der leicht ins Minus rutscht, weil sich die Rückgänge örtlich bündeln. Die Zahlen zum zweiten Quartal werden zeigen, ob die asiatische Bremse anhält oder die Stagnation in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften endlich dreht.

Sources: Bank for International Settlements, Residential property price statistics Q1 2026, 27 Aug 2026 https://www.bis.org/statistics/pp_residential_2608.htm; idealista/news Portugal, 1 Sep 2026 https://www.idealista.pt/news/imobiliario/habitacao/2026/09/01/77404-portugal-lidera-subida-do-preco-das-casas-ja-no-mundo-estao-a-cair