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Frankreichs Baukosten drehten im zweiten Quartal nach einem Jahr des Rückgangs ins Plus

Frankreichs Baukostenindex stieg im zweiten Quartal 2026 um 0,81 Prozent im Jahresvergleich, nach minus 2,89 Prozent im ersten. Die Angebotspreise stagnieren bei 0,1 Prozent.

Frankreichs Baukostenindex lag im zweiten Quartal 2026 bei 2103 Punkten, 0,91 Prozent über dem ersten Quartal und 0,81 Prozent über dem Vorjahresquartal. Das meldete das nationale Statistikinstitut am 23. September in der Veröffentlichung mit der Nummer 229. Entscheidend ist die Jahreszahl: Drei Monate zuvor lag derselbe Index noch 2,89 Prozent unter seinem Vorjahresniveau. Innerhalb eines einzigen Quartals ist die Messgröße von der Schrumpfung ins Wachstum gewechselt.

Die Wende, Quartal für Quartal

Der Index schloss das erste Quartal 2026 bei 2084 Punkten, 2,89 Prozent unter dem ersten Quartal 2025, obwohl er in den drei Monaten davor um 1,26 Prozent gestiegen war. Das zweite Quartal legte weitere 0,91 Prozent zu, und dieser zweite Quartalsanstieg in Folge genügte, um den Zwölfmonatsvergleich erstmals im laufenden Zyklus über null zu ziehen. Zwischen beiden Jahreswerten liegen 3,7 Prozentpunkte, ohne dass eine einzige Quartalsbewegung 1,3 Prozent überschritten hätte: Die Jahresrate hat sich bewegt, weil die schwachen Quartale des Jahres 2025 aus dem Vergleich gefallen sind, nicht weil die Kosten plötzlich beschleunigt hätten.

Der Bezugspunkt ist siebzig Jahre alt

Der Index trägt einen Referenzwert von 100 für das vierte Quartal 1953, weshalb ein Stand im niedrigen Tausenderbereich notiert wird statt nahe 100. Eine Basis, die seit dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit nicht zurückgesetzt wurde, macht das Niveau für sich genommen nahezu bedeutungslos: 2103 Punkte besagen lediglich, dass die gemessenen Baukosten nominal etwa dem Einundzwanzigfachen des Bezugswerts von 1953 entsprechen. Verwertbare Information trägt allein die Veränderungsrate — und die hat soeben das Vorzeichen gewechselt.

Eine Zange, die den Entwickler trifft

Stellt man die Kostenzahl neben das, was französische Wohnungen tatsächlich erlösen, wird das Problem sichtbar. Der landesweite durchschnittliche Angebotspreis liegt bei rund 3642 Dollar je Quadratmeter und damit 0,1 Prozent über dem Wert von vor zwölf Monaten. Die Kosten steigen nun mit 0,81 Prozent im Jahr, während der Preis, den eine fertige Wohnung erzielen kann, stagniert. Diese Lücke schließt sich nicht von selbst, und sie trifft nicht den Käufer einer Bestandsimmobilie, sondern denjenigen, der mitten in einem Projekt steckt.

Was der Bestandsmarkt abwirft

Die Angebotsmieten liegen in Frankreich im Schnitt bei etwa 16,23 Dollar je Quadratmeter und Monat, was bei diesem Preisniveau eine Bruttomietrendite von 5,35 Prozent ergibt, nach Abzug eines standardisierten effektiven Steuersatzes von 27,5 Prozent auf Mieteinkünfte Gebietsfremder noch 3,88 Prozent. Der Bruttowert liegt damit deutlich vor Deutschland mit 4,07 Prozent und Österreich mit 3,07 Prozent. Auf der Kapitalseite ist es umgekehrt: Frankreichs Preise sind über zehn Jahre um 25,4 Prozent und über fünf Jahre um 2,0 Prozent gestiegen, weit hinter Deutschland mit 42,7 und Österreich mit 61,2 Prozent über denselben Zehnjahreszeitraum. In der Bewertung erreicht Frankreich 39 von 100 Punkten, wobei ein höherer Wert einen stärker gedehnten Markt anzeigt. Die Erwerbsnebenkosten betragen rund 9,1 Prozent des Kaufpreises.

Sources: Institut national de la statistique et des etudes economiques (INSEE), Indice du cout de la construction, deuxieme trimestre 2026, Informations Rapides no. 229, 23 September 2026 https://www.insee.fr/fr/statistiques/9053527; INSEE, Indices de couts et de prix dans la construction, release listing https://www.insee.fr/fr/statistiques/2015347

Market data: France