Preise für Bestandswohnungen in Frankreich fielen im zweiten Quartal 2026 um 1,0 %, Häuser vorneweg
Am 8. September 2026 veröffentlichte INSEE-Daten zeigen einen Rückgang der französischen Bestandsimmobilienpreise um 1,0 % im zweiten Quartal und um 0,8 % im Jahresvergleich, angeführt von Häusern.
Die Preise für Bestandsimmobilien in Frankreich sind im zweiten Quartal 2026 gefallen: Die saisonbereinigte Quartalsveränderung betrug -1,0 % nach -0,2 % im ersten Quartal. Binnen zwölf Monaten liegen die Preise 0,8 % niedriger. Der am 8. September 2026 als Informations rapides Nr. 216 veröffentlichte Notaires-INSEE-Index zeigt, dass sich der Rückgang auf ein Segment konzentriert: Häuser verloren im Jahresvergleich 1,3 %, während Wohnungen mit -0,1 % praktisch unverändert blieben.
Paris ist die Ausnahme, nicht die Regel
Die Île-de-France hielt sich besser als der Rest des Landes und gab im Quartal um 0,6 % nach, wobei Wohnungen 0,5 % und Häuser 0,7 % verloren. Im Jahresvergleich liegt die Region nur 0,3 % im Minus, und diese Zahl verdeckt eine Spaltung: Häuser der Region fielen binnen eines Jahres um 1,5 %, Wohnungen legten dagegen um 0,3 % zu. Paris selbst ist die einzige eindeutig positive Zeile der Veröffentlichung: Dort stiegen die Wohnungspreise im Jahresvergleich um 0,6 %.
Außerhalb der Hauptstadtregion fällt das Bild in jeder Hinsicht schwächer aus. Die Preise in der Provinz sanken im Quartal um 1,2 %, eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Minus von 0,4 % im ersten Quartal, und liegen binnen zwölf Monaten 1,0 % niedriger, bei -1,3 % für Häuser und -0,3 % für Wohnungen. Das Muster passt zu einem Markt, in dem sich zuerst die günstigere, größere und weiter außen gelegene Immobilie anpasst.
Die Umsätze fielen nicht, sie hörten nur auf zu steigen
Die Transaktionszahlen erzählen eine flachere Geschichte als die Preise. Rund 958.000 Bestandswohnungen wechselten in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 den Besitzer, gegenüber 953.000 drei Monate zuvor und 952.000 zum Jahresende 2025. Das ist Stabilisierung, keine Erholung: Die Jahresumsätze entsprechen heute etwa 2,5 % des Wohnungsbestands, deutlich unter dem Höchstwert von 3,3 % im dritten Quartal 2021.
Ein Detail verdient besondere Beachtung, wer die Reihe verfolgt. Das INSEE hat den Wert des ersten Quartals revidiert und die Quartalsveränderung um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Die aktuelle Abwärtsserie fällt damit tiefer aus, als die zuvor veröffentlichten Zahlen nahelegten. Die nächste Quartalsveröffentlichung ist für den 24. November 2026 angesetzt.
Wo Frankreich damit in unseren eigenen Zahlen steht
Die Glopra-Momentaufnahme für Frankreich vom 7. September 2026 führt einen Landesdurchschnitt von 3.419 US-Dollar je Quadratmeter und eine Bruttomietrendite von 4,83 %. Unsere gespeicherte jährliche Preisänderung von 0,1 % stammt aus dem Eurostat-Wert für das erste Quartal 2026; die INSEE-Veröffentlichung widerspricht ihr also nicht, sondern bezieht sich auf ein späteres Referenzquartal auf nationaler Transaktionsbasis und ist die aktuellere der beiden Angaben.
Für einen grenzüberschreitenden Käufer bewegen jedoch zwei ganz andere Zahlen die Rechnung. Die gesamten Transaktionskosten belaufen sich in Frankreich auf rund 9,1 % des Kaufpreises und zählen damit zu den höheren in Westeuropa; Mieteinnahmen von Nichtansässigen unterliegen in unserem standardisierten Fall einer effektiven Steuer von etwa 27,5 %. Bei einer Bruttorendite unter 5 % und einem seitwärts bis leicht abwärts driftenden Markt lassen sich diese beiden Posten kaum als Nebensache behandeln.
Sources: INSEE https://www.insee.fr/fr/statistiques/9040119
Market data: France