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Deutschland genehmigte in sieben Monaten 148.800 Wohnungen, im Juli schrumpfte das Plus jedoch auf 1,9 %

Im Juli wurden 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 % mehr als im Vorjahr; von Januar bis Juli waren es 148.800, ein Plus von 12,9 %. Das Monatstempo ist fast zum Stillstand gekommen.

In Deutschland wurden im Juli 2026 genau 22.500 Wohnungen genehmigt, nur 1,9 % mehr als ein Jahr zuvor – ein Zuwachs von 400 Einheiten. Von Januar bis Juli summierten sich die Genehmigungen auf 148.800 Wohnungen, ein Plus von 12,9 % oder 17.000 Wohnungen. Der Abstand zwischen diesen beiden Raten ist die eigentliche Nachricht: Auf Jahressicht läuft die deutsche Genehmigungserholung weiter, das monatliche Tempo aber ist beinahe zum Erliegen gekommen.

Drei Viertel des Juli-Zuwachses kamen aus dem Bestand

Von den 400 zusätzlich genehmigten Wohnungen des Monats Juli entfielen 300 auf Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden; diese Kategorie stieg um 7,0 % auf 4.100. Die Genehmigungen in neuen Wohngebäuden legten dagegen nur um 0,8 % oder 100 Wohnungen auf 18.400 zu. Für einen einzelnen Monat ist das eine bemerkenswerte Zusammensetzung: Die deutsche Genehmigungszahl wuchs fast ausschließlich über Umbauten, Anbauten und Dachausbauten, nicht über Neubau. Die Pressemitteilung vergleicht den Juli ausschließlich mit dem Juli 2025 und weist keinerlei Vergleich zum Juni aus – eine Grenze, die man respektieren und nicht auffüllen sollte.

Das Mehrfamilienhaus trägt das Jahr

Von Januar bis Juli entfielen auf Mehrfamilienhäuser 79.700 genehmigte Wohnungen, ein Plus von 15,1 % oder 10.500 Einheiten. Diese eine Kategorie lieferte rund 62 % des gesamten Zuwachses von 17.000 Wohnungen. Einfamilienhäuser kamen auf 27.900 (plus 9,7 % oder 2.500), Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden auf 24.900 (plus 8,9 % oder 2.000) und Nichtwohngebäude mit Wohnungen auf 2.700 (plus 25,0 % oder 500). Prozentual am stärksten wuchsen die Zweifamilienhäuser mit 25,0 %, doch das sind 1.800 Wohnungen, womit die Kategorie 8.900 erreicht – dieselbe Wachstumsrate wie bei den Nichtwohngebäuden, die lediglich 500 hinzugewannen.

Die Genehmigungen treffen auf einen Markt, dessen Preise stillstehen

Die deutsche Zeile von Glopra, ein Eintrag mit hoher Verlässlichkeit, setzt Bestandswohnungen bei 3.066 Dollar je Quadratmeter an, die Angebotsmiete bei 10,40 Dollar je Quadratmeter und Monat, beides aus dem ImmoScout24 WohnBarometer für das zweite Quartal 2026. Daraus ergibt sich eine Bruttorendite von 4,07 % beziehungsweise 3,08 % nach der effektiven Steuer von 24,35 % auf die Mieteinkünfte eines Gebietsfremden. Die gesamten Transaktionskosten von 12,3 % zählen zu den höchsten Westeuropas.

Die längere Reihe erklärt, warum eine Genehmigungsbelebung nicht automatisch eine Preisbelebung ist. Die deutschen Preise stiegen binnen zwölf Monaten um 1,4 % in Euro und über zehn Jahre um 42,7 %, in den vergangenen fünf Jahren gaben sie jedoch um 0,8 % in Euro und 2,5 % in Dollar nach. Unser Blasenwert von 51 belässt den Markt im moderaten Band. Eine Genehmigung ist das Versprechen von Angebot in zwei bis drei Jahren, und 148.800 solcher Versprechen treffen auf einen Markt, dessen Preise sich seit fünf Jahren nicht bewegt haben: Das ist ein Angebotssignal, kein Nachfragesignal.

Sources: Statistisches Bundesamt (Destatis), Baugenehmigungen für Wohnungen im Juli 2026, Pressemitteilung Nr. 330, 18 September 2026 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_330_3111.html

Market data: Germany