Wohnnebenkosten in Deutschland um 3,1 Prozent gestiegen, Zahlungsrückstände bei Versorgern bei 4,6 Prozent
Destatis meldet, dass 2025 in Deutschland 4,6 % der Menschen in Haushalten mit Zahlungsrückständen lebten, während die Wohnnebenkosten im August 2026 um 3,1 % zulegten.
Das Statistische Bundesamt hat am 14. September Zahlen veröffentlicht, nach denen 2025 rund 3,8 Millionen Menschen oder 4,6 % der Bevölkerung in Haushalten lebten, die mit Rechnungen von Versorgungsbetrieben im Rückstand waren. 2024 waren es noch 5,0 %. In derselben Mitteilung lagen die Wohnnebenkosten im August 2026 um 3,1 % über dem Vorjahresniveau und damit über der allgemeinen Verbraucherpreisinflation von 2,9 %, während Haushaltsenergie 0,7 % günstiger war als im August 2025.
Die Rückstände liegen bei den Mietern, nicht bei den Eigentümern
Die Aufteilung nach Wohnform ist die schärfste Zahl der Veröffentlichung. Von den Menschen in Mietwohnungen lebten 5,8 % in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgern, von den Selbstnutzern 3,3 %. Mieter sind damit bevölkerungsanteilig rund drei Viertel häufiger im Rückstand als Eigentümer, und das ist für jeden relevant, der deutsche Mieteinnahmen kalkuliert und nicht deutsche Substanzwerte.
Zwei methodische Punkte gehören zu dieser Zahl. Die Angaben stammen aus EU-SILC, der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen, die seit 2020 in den deutschen Mikrozensus integriert ist, und sie beruhen auf Selbsteinschätzungen der Haushalte. Es handelt sich also um ein selbst berichtetes Maß, das in die statistische Definition materieller und sozialer Deprivation eingeht, nicht um ein Register rechtlich festgestellter offener Rechnungen. So gelesen ist der Rückgang von 5,0 % auf 4,6 % eine echte Verbesserung, aber eine Verbesserung der berichteten finanziellen Belastung, keine Inkassostatistik.
Nicht die Energiepreise treiben die Nebenkosten
Der interessante Kontrast steckt in den Preisdaten selbst. Haushaltsenergie war im August 2026 um 0,7 % billiger als ein Jahr zuvor, und dennoch stiegen die Wohnnebenkosten um 3,1 %. Energie ist hier also nicht der Motor. Was in der Nebenkostenrechnung übrig bleibt, ist der nicht energetische Block, den deutsche Vermieter nach den Betriebskostenregeln umlegen dürfen: Wasser und Abwasser, Müllabfuhr, Gebäudeversicherung, Hausmeisterdienste, Aufzug- und Gartenpflege sowie die Grundsteuer. Dieser Block trägt den gesamten Anstieg und mehr.
Für einen Vermieter ist das keine neutrale Umlage. Das Budget eines Mieters sieht die gesamte monatliche Wohnzahlung, und wenn die Nebenkostenhälfte um 3,1 % steigt, während die allgemeinen Preise um 2,9 % zulegen, wird der Spielraum für Erhöhungen der Grundmiete enger und nicht weiter.
Wie das auf deutsche Renditen durchschlägt
Die Daten von Glopra für Deutschland, aus unserem Snapshot vom 7. September und mit unserer höchsten Vertrauensstufe, weisen einen Landesdurchschnitt von rund 3.650 USD je Quadratmeter bei einer Bruttomietrendite von 3,42 % aus. Nach der von uns für einen standardisierten Fall ohne Wohnsitz modellierten effektiven Steuer von 24,35 % auf Mieteinnahmen bleiben 2,59 % netto, eine der dünnsten Nettorenditen in unserer europäischen Abdeckung, und die vollständigen Transaktionskosten sind mit 12,3 % schwer. Die Preise liegen in Landeswährung 1,4 % und in US-Dollar 1,2 % über dem Vorjahr, und unser Blasenrisiko-Score von 51 liegt im moderaten Band.
Ein Markt mit 12,3 % Eintrittskosten und 2,59 % Nettorendite ist darauf angewiesen, dass Miet- und Preiswachstum die Arbeit machen. Die Mitteilung vom 14. September sagt, dass die Kostenseite der Mieterrechnung weiter schneller steigt als die Inflation, und das begrenzt genau das erste der beiden. Deutschland bleibt für ausländisches Volleigentum vollständig offen; die Hürde ist hier also nicht die Berechtigung, sondern die Arithmetik.
Sources: Destatis https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_N063_63.html
Market data: Germany