Wohnimmobilien in Deutschland im zweiten Quartal 1,9 Prozent teurer – Büros weiter im Minus
Der vdp-Index zeigt für das zweite Quartal 2026 ein Plus von 1,9 Prozent bei Wohnimmobilien, während Büros um 1,2 Prozent nachgeben und den Gesamtindex ins Minus ziehen.
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen. Das geht aus dem am 10. August veröffentlichten vdp-Index hervor. Der Gesamtindex, der auch Gewerbeimmobilien umfasst, erzählt eine andere Geschichte: plus 1,3 Prozent im Jahresvergleich, aber minus 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal – gedrückt von Büroimmobilien mit minus 1,2 Prozent im Jahres- und minus 1,5 Prozent im Quartalsvergleich. Wer sagt, die deutschen Immobilienpreise seien im zweiten Quartal gefallen, zitiert die gewerbliche Hälfte eines Marktes, der sich in zwei Teile gespalten hat.
Die vdp-Reihe wird aus Transaktionsdaten von mehr als 700 deutschen Kreditinstituten erhoben und zählt damit zu den frühesten belastbaren Messungen des Quartals. Das Statistische Bundesamt legt seinen eigenen Häuserpreisindex für das zweite Quartal erst im September vor – eine amtliche Gegenprobe gibt es also noch nicht.
Eigentumswohnungen vorn, Häuser folgen
Innerhalb des Wohnsegments legten Eigentumswohnungen um 2,6 Prozent im Jahresvergleich und 0,5 Prozent zum Vorquartal zu – das stärkste Teilsegment. Ein- und Zweifamilienhäuser gewannen 2,0 Prozent im Jahres- und 0,4 Prozent im Quartalsvergleich, Mehrfamilienhäuser als Anlageobjekte 1,6 beziehungsweise 0,3 Prozent. Einzelhandelsimmobilien, die zweite gewerbliche Kategorie, verloren 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal – ein milderer Rückgang als bei Büros, aber eben ein Rückgang.
Das Muster passt zu einem Markt, in dem sich die nach der Korrektur von 2022 bis 2023 begonnene Erholung im Wohnsegment im niedrigen einstelligen Bereich vorantastet, statt an Tempo zu gewinnen, und in dem die Neubewertung der Büroflächen noch nicht abgeschlossen ist.
Die Mieten bewegen sich schneller als die Preise
Die Neuvertragsmieten für Mehrfamilienhäuser stiegen um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr – deutlich mehr als das Preisplus von 1,6 Prozent in derselben Anlageklasse. Büromieten legten um 2,7 Prozent zu, obwohl die Kapitalwerte von Büroimmobilien fielen, Einzelhandelsmieten um 1,5 Prozent.
Diese Lücke zwischen Miet- und Preiswachstum ist die entscheidende Größe für alle, die deutsche Wohnimmobilien wegen der laufenden Erträge kaufen. Deutschlands Problem als Investmentmarkt war nie das Risiko, sondern die Rendite. Die Daten von Glopra weisen für Deutschland einen Durchschnittspreis von 3.650 US-Dollar je Quadratmeter bei einer Bruttomietrendite von 3,42 Prozent aus – eine der dünnsten in unserer Abdeckung –, und eine effektive Mietsteuer von 24,35 Prozent für nicht ansässige Vermieter drückt sie netto auf rund 2,6 Prozent. Wenn Mieten doppelt so schnell wachsen wie Preise, repariert sich dieses Verhältnis: langsam, aber in die richtige Richtung.
Unser deutscher Preistrend von 1,4 Prozent über die vergangenen zwölf Monate liegt knapp unter dem vdp-Wert für Wohnimmobilien – was bei zwei Indizes mit unterschiedlichen Warenkörben und Stichtagen zu erwarten ist. Unser Blasen-Score für Deutschland beträgt 51 und liegt damit im moderaten Bereich.
Sources: vdpResearch, Q2 2026 property price index (10 Aug 2026) https://www.vdpresearch.de/uneinheitliche-entwicklung-der-immobilienpreise/; Presseportal / vdp https://www.presseportal.de/pm/29608/6330014
Market data: Germany