Ungarns Baugenehmigungen für Wohnungen springen im ersten Halbjahr um 29 Prozent
Ungarn erteilte im ersten Halbjahr 2026 16.588 Wohnungsbaugenehmigungen – 29 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 2022 nicht mehr. Otthon Start wirkt.
Ungarn baut wieder. Im ersten Halbjahr 2026 erteilte das Land 16.588 neue Genehmigungen für den Wohnungsbau – 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und der höchste Halbjahreswert seit 2022. Das geht aus Zahlen des Zentralen Statistikamts (KSH) hervor, über die Magyar Nemzet am 7. August berichtete. Sichtbarster Treiber ist das im Herbst 2025 gestartete subventionierte Hypothekenprogramm Otthon Start.
Die Dynamik lag allerdings am Anfang des Zeitraums. Im ersten Quartal lagen die Genehmigungen 64,4 Prozent über dem Vorjahr, im zweiten Quartal blieben davon nur 1,6 Prozent Zuwachs. Die Welle kam schnell – und flacht womöglich schon wieder ab.
Budapest: zwei Bezirke tragen fast alles
Auf die Hauptstadt entfielen 6.560 genehmigte Wohnungen, 9,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – doch rund drei Viertel davon liegen in nur zwei Bezirken. Der XIII. Bezirk verbuchte 2.561 Einheiten, der IX. Bezirk 2.364; es ist der bekannte Gürtel aus Brachflächen und Donaukorridor-Projekten. Wer in Budapest einen Neubau sucht, schaut praktisch auf eine Pipeline aus zwei Bezirken.
Wohnungen in der Stadt kosten auf dem Glopra-Board derzeit im Schnitt rund 4.376 US-Dollar pro Quadratmeter (Stadtdurchschnitt, Momentaufnahme: 30. Juli 2026), bei einer Bruttomietrendite nahe 4,6 Prozent.
Auf dem Land wächst es schneller
Außerhalb Budapests fallen die Zuwächse steiler aus: In den Komitatssitzen stiegen die Genehmigungen um 36 Prozent, in den übrigen Städten um 55 Prozent und in den Dörfern um 50 Prozent. Die Regionalliste führen Kecskemét (578 Genehmigungen), Nyíregyháza (498) und Debrecen (349) an – also die Korridore der Industrieinvestitionen, nicht die Touristenstädte.
Erst Genehmigungen, später Preisentlastung
Das neue Angebot trifft auf einen Markt, in dem sich der Preisanstieg bereits verlangsamt hat. Aktuelle Glopra-Daten zeigen ungarische Wohnimmobilienpreise landesweit 12,3 Prozent über dem Vorjahr (auf MNB-Basis, Momentaufnahme: 30. Juli 2026) – weiterhin unter Europas höchsten Werten, aber deutlich unter den Werten von über 20 Prozent aus dem Jahr 2025. Genehmigungen sind jedoch keine Fertigstellungen: Wenn aus dem Papier dieses Halbjahres bis 2027/28 fertige Wohnungen werden, wäre das die erste ernsthafte Angebotsreaktion des Zyklus – und der bislang klarste Test, ob Ungarns Preisboom eine Nachfrage- oder eine Knappheitsgeschichte war.
Daten in diesem Artikel: KSH via Magyar Nemzet, 7. August 2026; Index, 3. August 2026; Glopra Market Data, Momentaufnahme 30. Juli 2026.
Sources: Magyar Nemzet (KSH data) https://magyarnemzet.hu/gazdasag/2026/08/otthon-start-7; Index https://index.hu/gazdasag/2026/08/03/lakasepites-uj-lakas-epitkezes