Mieten in Ungarn im August um 5,0 % über Vorjahr, zeigt der KSH-Index
Die in Ungarn inserierten Mieten stiegen im August 2026 um 0,7 % und binnen zwölf Monaten um 5,0 %, in Budapest um 5,2 %, laut dem experimentellen Mietindex des KSH.
Die inserierten Wohnungsmieten in Ungarn stiegen im August 2026 um 0,7 % gegenüber dem Vormonat und um 5,0 % gegenüber August 2025. Budapest lag bei beiden Messgrößen leicht darüber, bei 0,9 % und 5,2 %. Die Zahlen stammen aus dem experimentellen Mietindex, den das Ungarische Zentralamt für Statistik gemeinsam mit dem größten Immobilienanzeigenportal des Landes erstellt und am 11. September 2026 veröffentlicht hat.
Um die Verbraucherpreise bereinigt fallen die Zuwächse kleiner aus, bleiben aber positiv: Die Realmieten legten landesweit um 0,5 % und in Budapest um 0,7 % im Monatsvergleich zu, im Jahresvergleich um 3,7 % beziehungsweise 3,8 %. Mieter zahlen also real mehr und halten nicht nur mit der Inflation Schritt.
Fünf Jahre Zinseszins
Die längere Sicht rückt die Monatszahl in ein anderes Licht. Gemessen am Basisjahr 2021 liegen die nominalen Mieten landesweit wie in Budapest inzwischen 77 % bis 78 % höher. Real, nach Herausrechnung der Verbraucherpreisinflation desselben Zeitraums, beträgt der Anstieg rund 20 %. Ein Jahreswert von 5,0 % wirkt für sich genommen moderat und sieht als jüngste Stufe dieser Treppe anders aus.
Innerhalb Budapests war die Spanne zwischen den Bezirksgruppen für einen einzelnen Monat weit: von 0,4 % bis 1,3 %, mit den größten Zuwächsen in den Budaer Hügelbezirken. Auf Zwölfmonatssicht reicht die Spanne von 6,8 % in den übrigen Budaer Bezirken bis 3,3 % in den inneren Pester Bezirken, ein Verhältnis von zwei zu eins beim jährlichen Mietwachstum innerhalb einer Stadt.
Was der Index tatsächlich misst
Die Veröffentlichung ist offen hinsichtlich ihrer Stichprobe, und deren Zusammensetzung zählt für jeden, der die Zahl als Renditeinput liest. Rund 93 % der erfassten Anzeigen betrafen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und nur 7 % Einfamilienhäuser, ein Anteil, der in Budapest auf 3,1 % fällt. Privatpersonen statt Maklern oder institutionellen Vermietern schalteten landesweit 44 % und in der Hauptstadt 43 % der Anzeigen. Es handelt sich also um einen Index der Angebotsmieten auf einem Portal, nicht der vertraglich vereinbarten Mieten im gesamten Mietbestand. Die nächste Ausgabe ist für den 12. Oktober 2026 angesetzt.
Die Mieten steigen, die Preise schneller
Die Glopra-Momentaufnahme vom 7. September 2026 nennt für Ungarn einen Landesdurchschnitt von 2.150 US-Dollar je Quadratmeter bei einer Bruttomietrendite von 4,69 % und für Budapest 4.376 US-Dollar bei 4,63 %. Unsere gespeicherte jährliche Preisänderung stammt von der Ungarischen Nationalbank für das zweite Quartal 2026: 12,3 % landesweit und 8,3 % für Budapest.
Stellt man die beiden Reihen nebeneinander, ist die Rechnung eindeutig. Die Preise wachsen landesweit mit 12,3 %, die Mieten mit 5,0 %. Wenn der Nenner einer Renditerechnung mehr als doppelt so schnell wächst wie der Zähler, sinkt die Bruttorendite, und ein Ausgangswert von 4,69 % hat nicht viel Spielraum. Budapest ist der mildere Fall, mit 8,3 % gegenüber 5,2 %, doch die Richtung ist dieselbe. Für ausländische Käufer kommt eine weitere Komplikation hinzu: Der Forint hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 8 % aufgewertet, sodass derselbe ungarische Preisanstieg in Dollar als 21,3 % erscheint. Unser Bubble-Risiko-Wert liegt für Ungarn bei 69 und für Budapest bei 64, beide im erhöhten Band.
Sources: Hungarian Central Statistical Office (KSH), experimental rent index for August 2026, published 11 September 2026 https://www.ksh.hu/s/kiserleti-statisztika/kiadvanyok/kshingatlancom-lakberindex-2026-augusztus/index.html