Italiens Angebotspreise fallen im Juli um 1,1 Prozent – stärkster Monatsrückgang des Jahres
Die Angebotspreise für italienische Bestandswohnungen sanken im Juli um 1,1 Prozent auf 2.030 Euro je Quadratmeter, liegen aber weiter 3,1 Prozent über dem Vorjahr.
Die Angebotspreise für Bestandswohnungen in Italien sind im Juli 2026 um 1,1 Prozent auf einen nationalen Median von 2.030 Euro je Quadratmeter gefallen – der stärkste Monatsrückgang des laufenden Jahres, wie der am 4. August veröffentlichte Index von idealista zeigt. Über drei Monate liegen die Preise 1,2 Prozent im Minus, über zwölf Monate weiterhin 3,1 Prozent im Plus. Von 105 Provinzhauptstädten gaben 57 nach, 40 legten zu und 8 blieben unverändert: eine Mehrheit abwärts, aber keine Flucht.
Die großen Städte kühlten gemeinsam ab
Mailand, der teuerste große Markt, verlor 1,3 Prozent auf 5.681 Euro je Quadratmeter. Rom rutschte um 0,4 Prozent auf 3.767 Euro, Neapel gab 0,6 Prozent nach, Turin 0,4 Prozent. Bologna hielt sich unverändert bei 3.798 Euro, Venedig stieg um 0,5 Prozent auf 4.938 Euro. Bozen mit 4.901 Euro und Florenz mit 4.786 Euro vervollständigen die teure Liga.
Die monatlichen Extremwerte kamen aus kleinen Provinzmärkten, in denen eine Handvoll Inserate den Median bewegen kann: Pordenone minus 5,3 Prozent, Potenza minus 5,0 Prozent und Belluno minus 3,6 Prozent, dagegen Ragusa plus 3,9 Prozent, Mantua plus 2,6 Prozent und Imperia plus 2,5 Prozent. Regional führt Trentino-Südtirol mit 3.281 Euro je Quadratmeter und einem Monatsplus von 4,1 Prozent, gefolgt von Ligurien mit 2.645 Euro, der Toskana mit 2.636 Euro und der Lombardei mit 2.627 Euro. Der Boden liegt im Süden: Molise mit 887 Euro, Kalabrien mit 897 Euro und die Basilikata mit 1.065 Euro.
Angebotspreise sind keine Transaktionspreise
Diese Unterscheidung zählt für jeden, der die Zahl mit anderen Quellen vergleicht – auch mit unserer. Die 2.030 Euro sind das, was Verkäufer auf einem Inseratsportal verlangen. Der italienische Durchschnitt von Glopra in Höhe von 1.730 US-Dollar je Quadratmeter beruht auf transaktionsbasierten nationalen Daten mit einer anderen geografischen Gewichtung; beide Werte werden nie übereinstimmen. Beide messen korrekt, nur eben Verschiedenes: Angebotspreise laufen dem Markt voraus und liegen tendenziell über den erzielten Preisen, besonders wenn die Volumina nachgeben und Verkäufer aussitzen.
Der amtliche Häuserpreisindex des Statistikamts Istat für das zweite Quartal kommt erst Ende September, sodass die Juli-Inseratsdaten die einzige aktuelle Lesart sind. Eine separate Mitteilung von idealista vom 3. August meldete eine Beschleunigung der Angebotsmieten auf 14,9 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 2,4 Prozent – mindestens eine übernommene Zusammenfassung führte allerdings eine abweichende Mietzahl. Wir berichten keine Mietzahl, solange die Diskrepanz nicht geklärt ist.
Wie die Rendite aussieht
Italien fällt in unseren Daten nicht durch Wachstum auf, sondern durch Ertrag: eine Bruttomietrendite von 7,23 Prozent, eine der höchsten Westeuropas, gegen eine effektive Mietsteuer von 21 Prozent für Nichtansässige, die sie auf rund 5,7 Prozent netto drückt. In unserer transaktionsbasierten Reihe stiegen die Preise über zwölf Monate um 5,2 Prozent und damit über den 3,1 Prozent der Angebotspreise von idealista – wiederum unterschiedliche Warenkörbe, kein Widerspruch.
Unser Blasen-Score für Italien liegt bei 48 im moderaten Bereich. Es ist einer der wenigen großen europäischen Märkte, in denen hohe Rendite und unüberdehnte Bewertung derzeit zusammenfallen. Die Abkühlung im Juli ändert daran nichts, legt aber nahe, dass Käufer mehr Zeit haben als noch im Frühjahr.
Sources: idealista/news Italia, July 2026 price index (4 Aug 2026) https://www.idealista.it/news/immobiliare/residenziale/2026/08/04/422487-prezzi-delle-case-in-frenata-a-luglio-1-1-ma-3-1-in-un-anno-scopri-i-valori; Teleborsa https://www.teleborsa.it/News/2026/08/04/prezzi-delle-case-in-frenata-a-luglio-1-1percent-ma-3-1percent-in-un-anno-51.html
Market data: Italy