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Italiens Wohnungsverkäufe im zweiten Quartal 2026 stabil, Florenz minus 8,3 %

In Italien wechselten im zweiten Quartal 2026 gut 201.000 Wohnungen den Besitzer, +0,1 % im Jahresvergleich. Die Spanne reicht von Neapel +4,2 % bis Florenz −8,3 %.

Italiens Wohnimmobilienmarkt hat sich im zweiten Quartal 2026 kaum bewegt. Landesweit wechselten gut 201.000 Wohnungen den Besitzer, eine Veränderung von +0,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Das geht aus der Quartalsstatistik hervor, die das Immobilienobservatorium der Agenzia delle Entrate am 10. September 2026 veröffentlicht hat. Nach zwei Jahren, in denen die italienischen Volumina mit den Kreditkosten schwankten, ist ein stabiles Quartal selbst die Nachricht.

Eine flache Landeslinie verdeckt dreizehn Punkte Unterschied zwischen den Städten

Der Gesamtwert verbirgt einen Markt, der in entgegengesetzte Richtungen zieht. Unter den grossen Städten legte Neapel mit +4,2 % am stärksten zu, gefolgt von Genua mit +2,9 % und Bologna mit +1,1 %. Turin (+0,6 %) und Rom (+0,4 %) gewannen leicht, Mailand schloss exakt auf Vorjahresniveau, Palermo verlor 2,6 %. Florenz war der Ausreisser: 8,3 % unter dem Vergleichsquartal 2025 — fast dreizehn Prozentpunkte Abstand zwischen dem stärksten und dem schwächsten Platz innerhalb eines nationalen Marktes.

Nach Makroregionen ist das Bild ruhiger: Nordwesten +0,4 %, Süden +0,6 %, Inseln +0,1 %, während der Nordosten 0,1 % und das Zentrum 0,7 % verloren. Die Provinzhauptstädte zusammengenommen gewannen 0,5 % und lagen damit leicht über dem Landeswert.

Nur der Neubau wächst tatsächlich

Käufe neu gebauter Wohnungen stiegen um 15,6 % gegenüber dem Vorjahr, während der Verkauf von Bestandswohnungen um 0,8 % zurückging. Der Neubau macht weiterhin nur 6,4 % aller Wohnungstransaktionen aus, ein zweistelliger Zuwachs in diesem Segment verschiebt die Summe also kaum. Er zeigt aber, wohin die verbliebene Nachfrage geht: Käufer mit Wahlmöglichkeit wenden sich energieeffizientem Bestand zu, und die schrumpfende Zahl an Fertigstellungen trifft genau dort auf sie.

Fast die Hälfte der Käufer finanzierte, zu rund 3,6 %

Hypothekenfinanzierte Käufe machten 46,6 % der Transaktionen des Quartals aus, mit mehr als 12 Milliarden Euro ausgereichtem Kapital und einem durchschnittlichen Anfangszins von etwa 3,6 %. Rund 73 % der Käufer nahmen die Vergünstigung „prima casa" in Anspruch, die Steuererleichterung für den Erstwohnsitz. Das erinnert daran, dass dies weiterhin überwiegend ein Selbstnutzer- und kein Investorenmarkt ist.

Für Betrachter von aussen ist das relevant. Die eigenen Marktdaten von Glopra weisen für Italien eine Bruttomietrendite von 6,61 % und eine Zwölfmonatspreisänderung von 5,2 % aus — eine Kombination, die neben Nordeuropa attraktiv wirkt, aber auf einem Landesdurchschnitt beruht, der Mailand und das ländliche Kalabrien umfasst.

Zwei Vorbehalte gehören zu diesen Zahlen. Das Observatorium zählt normalisierte Transaktionen und gewichtet jeden Vorgang mit dem tatsächlich übertragenen Eigentumsanteil; die Reihe ist also nicht dasselbe wie eine blosse Zahl von Kaufverträgen. Und stabile Volumina bei steigenden Preisen beschreiben einen dünneren, nicht einen stärkeren Markt: Weniger Abschlüsse setzen den Preis für alle anderen.

Sources: Agenzia delle Entrate OMI https://www.agenziaentrate.gov.it/portale/statistiche-trimestrali-2026; idealista/news Italia https://www.idealista.it/news/immobiliare/residenziale/2026/09/10/448146-osservatorio-omi-nel-ii-trim-2026-stabile-il-mercato-della-casa-che-cresce-dello

Market data: Italy