GLOPRAGlobal Property Radar

Niederländische Mieten steigen im Juli um 4,4 Prozent - der schwächste Anstieg seit drei Jahren

Die Wohnungsmieten in den Niederlanden lagen im Juli 2026 um 4,4 Prozent über dem Vorjahr. Nach 4,9 Prozent im Vorjahr ist das der schwächste Anstieg seit drei Jahren.

Die Mieten für niederländische Wohnungen lagen im Juli 2026 um 4,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, wie das Statistikamt CBS am 4. September mitteilte. Es ist das dritte Jahr in Folge mit nachlassender Dynamik: Im Juli 2024 betrug derselbe Wert 5,4 Prozent, im Juli 2025 noch 4,9 Prozent. Erfasst wird die tatsächlich gezahlte Miete, nicht die Angebotsmiete; der Juli ist der Monat, in dem die meisten niederländischen Mietanpassungen wirksam werden.

Der Mieterwechsel treibt den Aufschlag

Ohne den Effekt von Umzügen betrug der zugrunde liegende Anstieg 3,8 Prozent. Die verbleibenden 0,6 Prozentpunkte entstehen dadurch, dass Vermieter die Miete bei einem Wechsel neu ansetzen - eine Grösse, die das CBS getrennt ausweist. Für die Einordnung ist das entscheidend: Wer in seiner Wohnung geblieben ist, sah im Juli eher 3,8 als 4,4 Prozent.

Sozialer und freier Sektor rücken zusammen

Die drei vom CBS unterschiedenen Segmente liegen inzwischen weniger als einen halben Prozentpunkt auseinander. Sozialwohnungen von Wohnungsgenossenschaften verteuerten sich um 4,4 Prozent, Sozialwohnungen anderer Vermieter um 4,1 Prozent, der liberalisierte private Sektor um 4,5 Prozent. Eine derart schmale Spanne ist bemerkenswert: Das frei verhandelte Segment übertrifft den regulierten Bestand kaum noch.

Regional kaum Unterschiede

Overijssel und Noord-Brabant führen mit 4,6 Prozent, Friesland bildet mit 4,0 Prozent das Schlusslicht - landesweit also gerade 0,6 Prozentpunkte Unterschied. Unter den vier grössten Städten liegt Rotterdam mit 4,7 Prozent vorn, Amsterdam mit 4,3 Prozent hinten. Die Hauptstadt gibt das Tempo diesmal nicht vor.

Der Vergleich mit den Kaufpreisen

Die Momentaufnahme von Glopra vom 31. August 2026 weist für die Niederlande einen Landesdurchschnitt von 4.687 US-Dollar je Quadratmeter aus, bei einer Bruttomietrendite von 5,97 Prozent und einem Preisanstieg von 3,6 Prozent binnen zwölf Monaten in US-Dollar gerechnet. Die beiden Reihen sind nicht unmittelbar vergleichbar - die Miete ist eine jährliche Anpassung in Euro, der Preis eine in Dollar umgerechnete Marktbewegung. Die Richtung ist dennoch aufschlussreich: Die Mieteinnahmen wachsen derzeit mindestens so schnell wie der Wert, auf dem sie erwirtschaftet werden. Das ist ein anderes Verhältnis als 2021 bis 2023, als die Preise den Mieten deutlich vorausliefen.

Was die Veröffentlichung offenlässt

Das CBS misst die Juli-Anpassung, nicht die Bezahlbarkeit. Es nennt weder die Zahl der Mieterwechsel noch den Anteil neuer Verträge am regulierten Höchstwert oder die Entwicklung ausserhalb des jährlichen Anpassungsfensters. Und die Verlangsamung betrifft allein das Tempo: 4,4 Prozent kommen auf 4,9 und 5,4 Prozent obendrauf. Wer seit 2023 in derselben Wohnung lebt, hat alle drei getragen.

Sources: CBS (Statistics Netherlands), 4 Sep 2026 https://www.cbs.nl/nl-nl/nieuws/2026/36/woninghuur-stijgt-gemiddeld-met-4-4-procent; NL Times, 4 Sep 2026 https://nltimes.nl/2026/09/04/rents-rose-average-44-year-lower-increase-last-year

Market data: Netherlands