Südkorea erweitert seinen Wohnungsplan für die Region Seoul um 230.000 Einheiten
Die Regierung kündigte am 13. August an, der Hauptstadtregion mehr als 230.000 Wohnungen hinzuzufügen, darunter 100.000 in neu ausgewiesenen öffentlichen Wohnbaugebieten.
Südkoreas Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr hat am 13. August angekündigt, den Großraum Seoul um mehr als 230.000 Wohnungen zu erweitern. Es ist das gewichtigste Angebotspaket der Regierung, seit sie im September 2025 zusagte, bis 2030 den Bau von 1,35 Millionen Wohnungen in Seoul, Incheon und Gyeonggi zu beginnen. Rund 100.000 der neuen Einheiten entfallen auf neu ausgewiesene öffentliche Wohnbaugebiete. Weitere 60.000 erweitern ein im Januar 2026 vorgestelltes Programm für innerstädtische Grundstücke, das untergenutzte Flächen in bereits bebauten Gebieten ins Visier nimmt.
Die benannten Standorte
Das Ministerium hat nicht bloß eine Schlagzeilenzahl verkündet, sondern konkrete Standorte benannt. Namyangju in der Provinz Gyeonggi trägt mit 21.700 Wohnungen das größte Kontingent, gefolgt von Gwangju in derselben Provinz mit 4.500. Innerhalb Seouls selbst entfallen auf den Bezirk Gangseo 1.000 Wohnungen. Zu den ungewöhnlicheren Flächen zählen das frühere Gelände des Defense Counterintelligence Command sowie das Areal der Seouler Pferderennbahn in Gwacheon samt einem Militärgolfplatz — institutioneller Grundbesitz, der jahrzehntelang außerhalb des Wohnungsmarkts lag und zu den wenigen großen zusammenhängenden Parzellen in Pendeldistanz zum Zentrum Seouls gehört.
Warum Angebot statt Nachfrage
Das Paket ist eine Antwort auf Preise, die in genau jenen Bezirken hartnäckig hoch geblieben sind, die Käufer am stärksten begehren — nachdem mehrere Runden nachfrageseitiger Maßnahmen sie nicht drücken konnten. Statt weitere Kaufbeschränkungen zu erlassen, setzt das Ministerium auf schnellere Fertigstellung: beschleunigte Erschließung öffentlicher Flächen, gelockerte Regulierung privater Projekte sowie finanzielle und steuerliche Anreize für Entwickler. Der letzte Punkt spiegelt eine strukturelle Tatsache des koreanischen Marktes wider: Der private Sektor liefert in der Hauptstadtregion mehr als 80 Prozent des Wohnraums, weshalb ein rein öffentlicher Plan die Gesamtzahl kaum bewegen kann.
Das Grüngürtel-Problem
Umstritten ist vor allem die Lockerung der Grüngürtel-Auflagen rund um Seoul, jener 1971 erstmals gezogenen Entwicklungsbeschränkungszonen. Die Stadtverwaltung von Seoul lehnt eine Aufweichung ab; damit bahnt sich ein Konflikt zwischen dem nationalen Ministerium und der Stadt an — um Flächen, die zugleich der billigste Weg zu großmaßstäblichem Angebot und der letzte unbebaute Puffer rund um die Hauptstadt sind. Landminister Kim Yun-duk beschrieb die Arbeitsteilung pragmatisch: „Der öffentliche Sektor wird Projekte dort, wo es nötig ist, zügig umsetzen und zugleich den privaten Sektor in jenen Bereichen unterstützen, in denen dieser besser arbeiten kann.“
Worauf als Nächstes zu achten ist
Ankündigung und Lieferung sind zweierlei. Koreanische Wohnungsbaupläne sind historisch zwischen Ausweisung und Fertigstellung immer wieder an Streit um Grundstückserwerb, lokalem Widerstand und steigenden Baukosten hängengeblieben; und der Zeithorizont 2030 des übergeordneten Ziels von 1,35 Millionen Wohnungen bedeutet, dass die meisten dieser Einheiten erst zum Ende des Jahrzehnts auf den Markt kämen. Wer den koreanischen Wohnungsmarkt verfolgt, sollte kurzfristig nicht auf die Schlagzeilenzahl schauen, sondern darauf, ob die Gebietsausweisungen die kommunalen Einwände überstehen und ob sich die Genehmigungsfristen tatsächlich verkürzen — das Ministerium hat erklärt, es wolle sie straffen, und genau das entscheidet, ob aus angekündigten Wohnungen gebaute werden. Südkorea zählt derzeit nicht zu den 70 Märkten in Glopras Preis- und Renditedatenbank; die obigen Zahlen stammen daher ausschließlich aus der Ministeriumsankündigung und der Berichterstattung darüber.
Sources: Korea JoongAng Daily https://www.koreajoongangdaily.com/korea/govt-targets-230000-more-capitalarea-homes-as-seoul-prices-stay-stubbornly-high/12823355; UPI https://www.upi.com/amp/Top_News/World-News/2026/08/13/korea-South-Korea-government-230000-additional-homes-Seoul/9641786608969/