GLOPRAGlobal Property Radar

Spaniens Wohnungsverkäufe steigen im Juni um 1,6 Prozent und beenden fünf Monate Rückgang

Das Statistikamt INE zählte im Juni 2026 59.288 Wohnungsverkäufe, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr – der erste Zuwachs seit sechs Monaten. Alle Eigentumsübertragungen legten um 7,0 Prozent zu.

In Spanien wurden im Juni 2026 59.288 Wohnungsverkäufe registriert, 1,6 Prozent mehr als im Juni 2025 und damit der erste Anstieg im Jahresvergleich nach fünf aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgängen. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die das nationale Statistikinstitut am 7. August veröffentlicht hat. Die Gesamtzahl aller eingetragenen Eigentumsübertragungen erreichte 206.138, ein Plus von 7,0 Prozent. Die Erholung ist echt, aber schmal: Kumuliert liegt das erste Halbjahr weiterhin rund 2,6 Prozent unter dem Vorjahr – ein guter Monat dreht kein schwaches Halbjahr um.

Das Wachstum steckt im Neubau, nicht im Bestand

Neubauverkäufe stiegen im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 12.766, während der Bestandsmarkt mit 46.522 Transaktionen und einem Plus von 0,3 Prozent praktisch stagnierte. Frei finanzierte Wohnungen legten um 2,6 Prozent auf 55.609 zu, geförderte Wohnungen fielen um 11,8 Prozent auf 3.679. In einem Land, dessen politische Debatte vom Wohnungsmangel bestimmt wird, ist der Rückgang bei geförderten Übertragungen neben dem Wachstum des neuen privaten Angebots die aussagekräftigere Hälfte der Meldung.

Regional ist die Spreizung extrem. Navarra legte um 22,6 Prozent zu, Kastilien-La Mancha um 22,2 Prozent und Asturien um 10,4 Prozent. Am anderen Ende verlor Kantabrien 21,5 Prozent, die Balearen 11,7 Prozent und Galicien 7,7 Prozent. Die Balearen wiegen für internationale Käufer überproportional schwer, und ein zweistelliger Rückgang in einem Markt, der jahrelang ausländische Nachfrage aufgenommen hat, verdient Aufmerksamkeit, statt als Monatsrauschen abgetan zu werden.

Volumen und Preise laufen unterschiedlich schnell

Hier wird der spanische Markt interessant. Die Transaktionen kratzen ein Plus von 1,6 Prozent zusammen, während die Preise weit schneller laufen: Die Daten von Glopra zeigen für Spanien über die vergangenen zwölf Monate ein Plus von 12,8 Prozent in Euro und 9,6 Prozent in Dollar, bei einem Durchschnitt von 2.331 US-Dollar je Quadratmeter und einer Bruttomietrendite von 5,45 Prozent. Nach der effektiven Mietsteuer von 19 Prozent für Nichtansässige in unserem standardisierten Fall bleiben davon rund 4,4 Prozent netto.

Zweistellig steigende Preise bei flachen Volumina sind die Signatur eines angebotsbeschränkten Marktes, nicht eines Nachfragebooms. Käufer bieten nicht mehr, weil es mehr von ihnen gibt, sondern weil es weniger zu kaufen gibt – und die Junidaten zeigen, dass allein der Neubau nennenswertes Volumen beisteuert.

Wo das Risiko sitzt

Unser Blasen-Score für Spanien liegt bei 61, am unteren Rand des erhöhten Bereichs. Der nationale Wert verdeckt jedoch eine breite interne Streuung: Valencia kommt auf 83, Madrid auf 76 und Barcelona auf 60. Die Städte mit der größten Preisdynamik tragen zugleich das größte Bewertungsrisiko – die übliche Konstellation und der Grund, warum nationale Durchschnitte für eine Kaufentscheidung in Spanien ein schlechter Wegweiser sind. Die Junizahlen des INE sind vorläufig und werden monatlich revidiert.

Sources: INE, Estadística de Transmisiones de Derechos de la Propiedad, June 2026 (7 Aug 2026) https://www.ine.es/dyngs/Prensa/ETDP0626.htm; idealista/news https://www.idealista.com/news/inmobiliario/vivienda/2026/08/07/909440-la-compraventa-de-viviendas-rompe-con-cinco-meses-de-caida-y-registra-su-mejor

Market data: Spain · Valencia · Barcelona · Madrid