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Türkische Wohnimmobilien legen 25 Prozent zu und verlieren real dennoch 5,1 Prozent

Die türkische Zentralbank beziffert den Preisanstieg im Juli auf 25 Prozent im Jahresvergleich, real jedoch 5,1 Prozent im Minus. Istanbul legte 27,7 Prozent zu.

Die Zentralbank der Republik Türkei wies ihren Wohnimmobilien-Preisindex für Juli 2026 mit 234,8 Punkten aus, auf Basis 2023 gleich 100. Das entspricht einem nominalen Plus von 1,5 Prozent zum Vormonat und 25,0 Prozent binnen zwölf Monaten. Inflationsbereinigt lag derselbe Index 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wer türkische Immobilien in Lira hält, findet in dieser zweiten Zahl die ehrlichere Beschreibung dessen, was mit seinem Kapital geschehen ist.

Istanbul vorn, Izmir tritt auf der Stelle

Unter den drei größten Städten verzeichnete Istanbul mit 27,7 Prozent den stärksten Jahreszuwachs; ein Monatsplus von 2,7 Prozent hob den Index auf 222,5. Ankara folgte mit 26,6 Prozent im Jahres- und 2,2 Prozent im Monatsvergleich bei einem Indexstand von 261,3, dem höchsten der drei Städte, was den steileren Anstieg seit dem Basisjahr 2023 widerspiegelt. Izmir fiel aus der Reihe: Dort gaben die Preise im Juli um 0,5 Prozent nach, lagen aber weiterhin 23,1 Prozent über Juli 2025, der Index bei 224,0.

Mieten hielten ihren Wert besser als Preise

Der Zentralbankindex der von Neumietern gezahlten Mieten erreichte im Juli 328,5 Punkte, ein nominales Plus von 1,9 Prozent zum Vormonat und 28,4 Prozent im Jahresvergleich. Gemessen an der Inflation war das ein Rückgang von 2,6 Prozent, also ein kleinerer realer Verlust als bei den Kaufpreisen. Istanbul führte auch hier mit 32,4 Prozent nominalem Jahreswachstum vor Ankara mit 28,6 Prozent und Izmir mit 26,3 Prozent.

Wenn Mieten die Preise überholen, und seien es nur drei Prozentpunkte, drückt das die Renditen nach oben und nicht nach unten. Das ist die mechanische Erklärung dafür, warum türkische Bruttorenditen im Vergleich zu weiten Teilen Europas hoch erscheinen, während die Kapitalgeschichte schwach aussieht.

Die Währungsebene ändert alles

Glopras Türkei-Momentaufnahme zeigt einen Landesdurchschnitt von 1.076 Dollar je Quadratmeter und eine Bruttomietrendite von 7,32 Prozent; die Preise stiegen binnen zwölf Monaten in Lira um 24,5 Prozent, in US-Dollar gerechnet aber nur um 6,3 Prozent. Istanbul kommt auf 1.340 Dollar je Quadratmeter und 8,17 Prozent Bruttorendite, Antalya auf 1.170 Dollar, ein Plus von 26,9 Prozent in Lira und 8,4 Prozent in Dollar.

Diese drei Blickwinkel auf denselben Markt, nominale Lira, reale Lira und Dollar, führen zu völlig unterschiedlichen Urteilen. Genau deshalb führen grenzüberschreitende Vergleiche mit einer einzigen Kennzahl hier so oft in die Irre. Ein Eigentümer, der in Lira rechnet, hat Kaufkraft verloren. Wer in Dollar rechnet, hat moderat gewonnen, und zwar allein deshalb, weil der Wechselkurs nicht so weit fiel, wie die Inflation stieg. Dass diese Lücke bestehen bleibt, ist keineswegs sicher.

Die Risiken sind konkret statt abstrakt. Glopra bewertet das Blasenrisiko der Türkei mit 60 von 100 Punkten im erhöhten Band und legt der Renditerechnung eine standardisierte Mietsteuer für Nichtansässige von 18,39 Prozent zugrunde. Ein nominales Wachstum, das die Inflation um fünf Prozentpunkte verfehlt, ist kein Absturz, aber eben auch nicht die Wertsteigerungsgeschichte, die die Schlagzeile von 25 Prozent nahelegt.

Sources: Central Bank of the Republic of Türkiye (CBRT/TCMB), Residential Property Price Index July 2026, 18 Aug 2026 https://www.tcmb.gov.tr/; Hürriyet Daily News, 18 Aug 2026 https://www.hurriyetdailynews.com/turkiye-residential-property-prices-fall-5-percent-in-real-terms-in-july-225754; Sabah, 18 Aug 2026 https://www.sabah.com.tr/ekonomi/tcmb-acikladi-konut-fiyatlarinda-reel-dusus-kiralar-ne-kadar-oldu-7643692

Market data: Antalya · Istanbul · Turkey