Türkische Wohnungsverkäufe brechen im Juli um 17 % ein, hypothekenfinanzierte Käufe springen um 24 %
TÜIK-Daten für Juli 2026: In der Türkei wurden 123.603 Wohnungen verkauft, 17 % weniger als im Vorjahr, während hypothekenfinanzierte Verkäufe um 23,7 % zulegten.
In der Türkei wurden im Juli 2026 insgesamt 123.603 Wohnimmobilienverkäufe registriert, ein Rückgang um 17,0 % gegenüber Juli 2025. Das geht aus den am 13. August veröffentlichten Zahlen des türkischen Statistikinstituts TÜIK hervor. In diesem Rückgang steckt die interessantere Zahl: Hypothekenfinanzierte Verkäufe stiegen um 23,7 % auf 23.888 Einheiten und machen nun 19,3 % aller Transaktionen aus — das bislang deutlichste Anzeichen dafür, dass der Bargeldcharakter des türkischen Marktes nach der Inflationsphase zu bröckeln beginnt.
Fast den gesamten Schaden trug der Bestandsmarkt
Die Verkäufe bestehender Wohnungen fielen um 20,8 % auf 81.074 Einheiten. Neubauverkäufe gaben weit weniger nach, um 8,6 % auf 42.529. Damit liegt die Aufteilung bei 65,6 % Bestand und 34,4 % Neubau. Entwickler mit fertiggestellten Beständen und der Möglichkeit, Ratenzahlungen anzubieten, halten sich besser als private Verkäufer, die beim Preis unmittelbar mit dem Hypothekenmarkt konkurrieren und den Zahlungsplan eines Bauträgers nicht bieten können.
In den ersten sieben Monaten des Jahres ist das Muster milder, aber gleich geformt: 823.119 verkaufte Wohnungen, ein Minus von 5,5 %, wobei die Neubauverkäufe mit 264.016 (-0,8 %) praktisch stabil blieben und die Bestandsverkäufe um 7,5 % auf 559.103 zurückgingen. Kumuliert erreichten die hypothekenfinanzierten Verkäufe 166.682 Einheiten, ein Plus von 30,9 %.
Die Auslandsnachfrage ist flach — und klein
Ausländer kauften im Juli 2.120 Wohnungen, 1,9 % mehr als vor einem Jahr, aber immer noch nur 1,7 % des Landesgesamts. Russische Staatsbürger führten mit 394 Käufen, gefolgt von Iranern mit 189 und Ukrainern mit 145. Von Januar bis Juli lagen die Auslandskäufe bei 11.203 Einheiten, ein Minus von 7,3 % — eine Erinnerung daran, dass die Umzugswelle von 2022/23 nicht zurückgekehrt ist und dass der türkische Kanal der Staatsbürgerschaft gegen Investition nicht mehr der Volumentreiber von einst ist.
In den Schlagzeilenpreisen erledigt die Lira den größten Teil der Arbeit
Hier lassen sich türkische Marktdaten am leichtesten falsch lesen. Glopras Momentaufnahme vom 23. Juli 2026 setzt den türkischen Landesdurchschnitt auf 1.076 US-Dollar je Quadratmeter bei einer Brutto-Mietrendite von 7,32 %. Nominal sind die Preise binnen zwölf Monaten in Lira um 24,5 % gestiegen — in US-Dollar gerechnet ist dieselbe Bewegung jedoch nur 6,6 % wert. Fast drei Viertel des scheinbaren Booms sind Währung, nicht Wert.
Istanbul zeigt denselben Keil auf höherer Basis: 1.340 US-Dollar je Quadratmeter, eine Bruttorendite von 8,17 % und ein nominales Lira-Wachstum von 25,3 %, das in Dollar auf 7,3 % zusammenfällt. Antalya liegt bei 1.170 US-Dollar je Quadratmeter mit einer Bruttorendite von 6,14 %.
Was ein ausländischer Käufer aus dem Juli-Wert mitnehmen sollte
Unser Blasenrisiko-Score für die Türkei beträgt 60 von 100, am unteren Rand des erhöhten Bandes, und 57 für Istanbul, das im moderaten Bereich bleibt. Keiner der Werte deutet auf einen für einen Absturz bepreisten Markt hin; beide deuten auf einen Markt, in dem die nominalen Zahlen die Rendite schmeicheln. Bei 17 % niedrigeren Volumina und einem sich wieder öffnenden Hypothekenkanal lautet die kurzfristige Frage für die Türkei, ob billigerer Kredit die Transaktionen stabilisiert, bevor sich der Abschlag im Bestandsmarkt so weit ausweitet, dass er in den Preisindizes sichtbar wird. Nicht ansässige Vermieter tragen in unserem standardisierten Fall eine effektive Mietsteuer von rund 18,4 %, was jene Bruttorendite von 7,3 % spürbar beschneidet.
Sources: TUIK (Turkish Statistical Institute) https://data.tuik.gov.tr/; CNN Turk https://www.cnnturk.com/ekonomi/konut-satislari-temmuzda-geriledi-ipotekli-satislarda-artis-dikkat-cekti-3453978