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Türkei hält den Leitzins zum fünften Mal bei 37%, während die realen Immobilienpreise weiter sinken

Die TCMB beließ den Wochenrepo-Satz am 10. September 2026 bei 37%, zum fünften Mal in Folge. Ihr eigener Index zeigt real um 5,1% gefallene Hauspreise.

Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Leitzins am 10. September 2026 bei 37% belassen. Es war die fünfte Sitzung in Folge ohne Änderung, seit der Satz am 23. Januar auf dieses Niveau gesenkt wurde. Der Übernacht-Ausleihesatz blieb bei 40%, der Übernacht-Einlagensatz bei 35,5%. Für den Immobilienmarkt lieferte allerdings eine Zahl von drei Wochen zuvor mehr Aufschluss: Der hauseigene Wohnimmobilienpreisindex der Notenbank stieg im Juli binnen zwölf Monaten um 25,0% und fiel real um 5,1%.

Abwarten mit Straffungsneigung

Das Statement des Ausschusses ist kurz und in der Richtung ungewöhnlich deutlich. Aktuelle Inflationszahlen und Frühindikatoren deuten nach Einschätzung des Gremiums darauf hin, dass sich der zugrunde liegende Inflationstrend verlangsamt. Die wegen geopolitischer Entwicklungen erhöhten Energiepreise bergen jedoch weiterhin Aufwärtsrisiken. Der straffe Kurs bleibt bestehen, bis Preisstabilität erreicht ist, und bei einer erheblichen und anhaltenden Verschlechterung des Inflationsausblicks wird der Ausschuss straffen. Bewegen sich Kredit- und Einlagenmärkte unerwartet, stehen makroprudenzielle Instrumente bereit. Das mittelfristige Inflationsziel bleibt bei 5%. Das türkische Statistikamt meldete am 3. September für August eine Jahresteuerung von 31,51% und einen Monatsanstieg von 1,84%.

Nominaler Zuwachs, realer Verlust

Der TCMB-Wohnimmobilienpreisindex lag im Juli bei 234,8 Punkten auf der Basis 2023 = 100, 1,5% über dem Vormonat und nominal 25,0% über dem Vorjahr, real jedoch 5,1% darunter. Die drei größten Städte liefen auseinander. Istanbul kam auf 222,5 Punkte, ein Plus von 27,7% im Jahresvergleich und 2,7% im Monatsvergleich. Ankara erreichte 261,3 Punkte mit 26,6% beziehungsweise 2,2%. Izmir lag bei 224,0 Punkten, im Jahresvergleich 23,1% höher, im Monatsvergleich aber 0,5% niedriger, als einzige der drei Städte. Eine methodische Anmerkung gehört zur Lektüre dazu: Der Index beruht auf Hypotheken-Wertgutachten, nicht auf beurkundeten Kaufpreisen, bildet also ab, was Kreditgeber als Wert ansetzen.

Eine Frage, drei Antworten

Die Glopra-Marktdaten zur Türkei weisen im Snapshot vom 7. September 2026 einen Landesdurchschnitt von 1.076 Dollar je Quadratmeter aus, bei 7,32% Bruttomietrendite, einem Preis-Einkommens-Verhältnis von 6,58, Transaktionskosten von 8,7% und einer effektiven Mietsteuer für Nichtansässige von rund 18,4%. Das Blasenrisiko steht bei 60 und damit im erhöhten Band. Istanbul ist mit 1.340 Dollar je Quadratmeter teurer und rentiert mit 8,17% höher.

Spannend wird es bei der Währung. In Dollar gerechnet legte derselbe nationale Markt binnen zwölf Monaten nicht um 25%, sondern um 6,2% zu, weil die Lira gegenüber dem Dollar rund 15% verlor. Ob türkische Wohnimmobilien teurer wurden, hängt damit vom Maßstab ab: 25,0% in Lira, minus 5,1% real, 6,2% in Dollar. Wer in Euro oder Dollar verdient, ist allen drei Größen gleichzeitig ausgesetzt.

Wie es weitergeht

Die Zusammenfassung der September-Sitzung erscheint am 17. September, die nächste Zinsentscheidung fällt am 22. Oktober. Bei unverändertem Leitzins und real sinkenden Preisen trägt derzeit die Mieteinnahme die laufende Rendite türkischer Wohnimmobilien, nicht der Wertzuwachs, und daneben steht eine Währung, die sich zuletzt gegen ausländische Eigentümer bewegt hat.

Sources: CBRT https://www.tcmb.gov.tr/wps/wcm/connect/EN/TCMB+EN/Main+Menu/Announcements/Press+Releases/2026/ANO2026-38; TCMB Residential Property Price Index https://www.tcmb.gov.tr/wps/wcm/connect/8bbac42a-c854-4c58-8b0c-e7e55c35ec2d/KFE.pdf; TurkStat https://veriportali.tuik.gov.tr/Bulten/Index?p=Tuketici-Fiyat-Endeksi-Agustos-2026

Market data: Antalya · Istanbul · Turkey