Britische Hauspreise im August 0,4 % unter Vorjahr, zeigt der Lloyds-Index
Der Lloyds-Index sieht das durchschnittliche britische Haus im August bei 298.468 Pfund, 0,4 % weniger als vor einem Jahr, der erste Jahresrückgang seit 2023.
Das durchschnittliche britische Haus war im August 2026 nach dem Lloyds House Price Index 298.468 Pfund wert, 0,4 % weniger als ein Jahr zuvor und 0,2 % weniger als im Juli. Es ist der erste Jahresrückgang, den der Index seit November 2023 verzeichnet hat. Der Index von Nationwide weist für denselben Monat in die andere Richtung: ein jährliches Plus von 1,6 % bei einem Durchschnitt von 275.465 Pfund.
Warum die beiden Indizes auseinanderlaufen
Beide Reihen werden aus den Hypothekenzusagen der jeweiligen Bank gebildet und spiegeln damit den Objektmix, den die Kunden dieses Instituts kaufen — auch deshalb liegen die beiden Durchschnittswerte rund 23.000 Pfund auseinander. Robert Gardner, Chefvolkswirt von Nationwide, sagte, das jährliche Wachstum habe sich im August mit 1,6 % gegenüber 1,4 % im Juli kaum verändert. Andrew Assam, Hypothekenchef von Lloyds, beschrieb einen Markt, in dem Verkäufer zögern, Angebote anzunehmen, die sie für zu niedrig halten, während manche Käufer abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Keine der beiden Lesarten ist falsch. Ein derart flacher Markt kann je nach gemessenem Kreditbuch plausibel auf beiden Seiten der Nulllinie liegen, und die ehrliche Zusammenfassung lautet: Die britischen Preise laufen nominal seitwärts, was nach Abzug der Inflation ein realer Rückgang ist.
Die eigentliche Geschichte ist das regionale Gefälle
Der nationale Durchschnitt verdeckt eine Spanne von mehr als acht Prozentpunkten. Nordirland führt mit 6,9 % Jahreswachstum bei einem Durchschnitt von 231.245 Pfund, gefolgt von Schottland mit 3,5 % (223.437 Pfund), Nordostengland mit 2,7 % (184.370 Pfund) und Nordwestengland mit 2,0 % (248.675 Pfund). Wales lag mit 0,6 % (230.282 Pfund) knapp im Plus. Sämtliche Rückgänge entfielen auf den Süden und Osten: Südostengland mit -1,6 % (381.729 Pfund), Groß-London mit -1,5 % (534.177 Pfund) sowie Südwestengland und Ostengland mit jeweils -1,2 % bei Durchschnitten von 298.807 und 331.410 Pfund. Das Muster zeigt, wie Leistbarkeitsdruck auf der Karte aussieht: Die günstigsten Regionen steigen noch, die teuersten nicht mehr.
Die Hypothekenkonditionen drehten gegen die Käufer
Der durchschnittliche angebotene Zinssatz für eine zweijährige Zinsbindung lag am 7. September bei 5,63 %, gegenüber 4,83 % am 27. Februar. Achtzig Basispunkte auf eine zweijährige Bindung verändern, wie viel ein Haushalt aufnehmen kann, und diese Neubepreisung fiel in genau jene sechs Monate, in denen die Jahresveränderung ins Minus rutschte. Glopras Momentaufnahme für das Vereinigte Königreich mit Stand 7. September 2026 weist einen landesweiten Durchschnitt von 3.850 US-Dollar je Quadratmeter und eine Zwölfmonatsveränderung von 2,0 % aus, wiederum auf anderer Grundlage berechnet.
Was die Spanne aussagt und was nicht
Drei glaubwürdige Messungen desselben Marktes liegen derzeit zwischen -0,4 % und 2,0 %. Wer das Vereinigte Königreich mit anderen europäischen Märkten vergleicht, sollte daraus nicht ableiten, welcher Index recht hat, sondern wie schmal dieses Band ist: Bei dieser Breite ändert die Wahl des Index die Antwort nicht. Die Preise sind flach, die regionale Spreizung ist weit genug, um mehr zu zählen als die nationale Zahl, und die Finanzierungskosten liegen höher als im Februar. Lloyds weist zudem darauf hin, dass die Preise trotz des Jahresrückgangs rund 25 % über dem Stand von Ende 2019 liegen.
Sources: Lloyds House Price Index, August 2026 release, 7 Sep 2026 https://www.lloydsbank.com/media-centre/house-price-index.html; MoneyWeek (Lloyds August 2026 index), 7 Sep 2026 https://moneyweek.com/investments/house-prices/lloyds-house-prices-august; Nationwide House Price Index, August 2026 https://www.nationwide.co.uk/media/hpi/reports/house-price-growth-remained-subdued-in-august
Market data: United Kingdom