GLOPRAGlobal Property Radar

Britische Hauspreise treten im Juli auf der Stelle – nur 0,1 Prozent Jahresplus

Britische Immobilienpreise stagnierten im Juli bei 299.253 Pfund, das Jahresplus betrug lediglich 0,1 Prozent – der schwächste Wert seit November 2023.

Ein durchschnittliches britisches Wohnhaus kostete im Juli 299.253 Pfund – genau so viel wie im Juni und nur 0,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die am 7. August im Lloyds House Price Index veröffentlichten Zahlen markieren das schwächste Jahreswachstum seit November 2023.

Die Preise stocken, sie stürzen nicht ab

Null Bewegung im Monatsvergleich ist kein Absturz. Es ist ein Markt, der die Luft anhält. Amanda Bryden, Leiterin des Hypothekengeschäfts bei Lloyds, erklärte, die Aktivität am Wohnungsmarkt bleibe „empfindlich gegenüber den Finanzierungskosten“, und verwies darauf, dass Hypothekenzusagen und abgeschlossene Transaktionen im Juni nach einem stärkeren Rückgang im Mai leicht zulegten. Ihre Prognose für den Rest des Jahres 2026 ist bewusst unspektakulär: „Wir erwarten, dass Marktaktivität und Hauspreise im weiteren Jahresverlauf relativ stabil bleiben.“

Damit steht das Vereinigte Königreich unter den großen europäischen Märkten ungewöhnlich da. Spanien verzeichnet zweistellige Jahreszuwächse, Ungarn bewegt sich weiterhin im niedrigen Zehnerbereich, während sich die britischen Preise in zwölf Monaten praktisch nicht bewegt haben.

Die Renditeseite eines Nullwachstumsmarkts

Für ertragsorientierte Käufer ist ein Preisplateau nicht automatisch eine schlechte Nachricht. Glopras Marktdaten setzen den britischen Landesdurchschnitt derzeit bei rund 3.850 US-Dollar je Quadratmeter an, bei einer Bruttomietrendite von 7,35 Prozent (Momentaufnahme: 23. Juli 2026) – eine der stärkeren Mietrenditen unter den von uns beobachteten europäischen Märkten. Wenn der Wertzuwachs gegen null geht, macht der Mietertrag die gesamte Rendite aus; damit wird die Mietseite der Bilanz zur entscheidenden Größe für den Herbst.

Die zweite Variable ist die Bank of England. In einem derart zinssensiblen Markt schlägt jede Bewegung des Leitzinses rasch durch – Brydens eigener Kommentar verknüpft die Juni-Erholung bei den Zusagen direkt mit den Finanzierungskosten.

Ein Index, ein neuer Name

Eine Anmerkung für alle, die die Daten verfolgen: Seit Juli 2026 erscheint der langjährige Halifax House Price Index als Lloyds House Price Index. Die Methodik bleibt unverändert, sodass die Reihe – und ihr Befund eines stillgelegten Marktes – direkt mit den Vorjahren vergleichbar bleibt.

Daten in diesem Artikel: Lloyds Bank House Price Index, 7. August 2026; Glopra Market Data, Momentaufnahme 23. Juli 2026.

Sources: Lloyds Bank House Price Index https://www.lloydsbank.com/media-centre/house-price-index.html

Market data: United Kingdom