GLOPRAGlobal Property Radar

Britische Hauspreise wuchsen im Juni nur noch um 2,0 %, während die Mieten wieder auf 3,7 % anzogen

ONS-Daten vom 19. August zeigen: britische Hauspreise im Juni 2,0 % höher auf 272.000 Pfund, London im zehnten Minusmonat, Durchschnittsmieten 3,7 % höher auf 1.393 Pfund.

Das britische Statistikamt ONS veröffentlichte sein Augustbulletin am 19. August 2026 — und dessen beide Hälften weisen in entgegengesetzte Richtungen. Die durchschnittlichen Hauspreise im Vereinigten Königreich erreichten im Juni 272.000 Pfund, ein Jahresplus von 2,0 % nach 3,0 % im Vormonat. Die durchschnittlichen privaten Mieten kletterten im Juli auf 1.393 Pfund monatlich, ein Jahresanstieg von 3,7 % nach zuvor 3,3 %. Die Kaufpreise verlieren an Tempo; die Mieten tun das Gegenteil.

Nordirland bei 9,2 %, London bei minus 2,5 %

Der nationale Durchschnitt verdeckt eine Spannweite, die „den britischen Markt" als einheitliches Objekt nahezu bedeutungslos macht. Nordirland verzeichnete für das zweite Quartal 2026 202.000 Pfund und ein Jahreswachstum von 9,2 %. Schottland lag im Mittel bei 195.000 Pfund und 2,3 %. England kam auf 293.000 Pfund und 1,8 %, Wales auf 213.000 Pfund und ebenfalls 1,8 %. London hingegen meldete mit −2,5 % den zehnten Monat in Folge mit rückläufigen Jahrespreisen. Wer sich Mitte 2026 zwischen Belfast und einem Londoner Borough entscheidet, trifft keine Randentscheidung innerhalb derselben Anlageklasse.

Die Mietseite hat ihre eigene Geografie

Englische Mieten lagen im Juli im Schnitt bei 1.451 Pfund, ein Plus von 3,8 %. Am schnellsten stiegen die walisischen Mieten mit 4,5 %, allerdings von einer Basis von 843 Pfund. Schottlands 1.016 Pfund legten nur um 1,7 % zu. Londons 2.317 Pfund sind mit weitem Abstand die höchste absolute Miete des Landes, doch der Jahresanstieg von 3,0 % liegt inzwischen unter dem nationalen Wert, und der Südosten hat die Rolle der Region mit der langsamsten Mietinflation übernommen. Im Monatsvergleich zog die Mietinflation in England und Schottland an, während sie in Wales nachließ.

Was das für die Rendite bedeutet

Glopras Großbritannien-Momentaufnahme vom 17. August 2026 weist einen Landesdurchschnitt von 3.850 Dollar je Quadratmeter aus, bei einem Preis-Einkommens-Verhältnis von 8,0 und einem Blasenwert von 41 im moderaten Band — nach dieser Kennzahl gehört das Vereinigte Königreich derzeit nicht zu den überdehnten Märkten Europas. Die ONS-Mitteilung liefert den Mechanismus hinter diesem Befund. Wenn Kapitalwerte um 2,0 % und Mieten um 3,7 % wachsen, weitet sich die Rendite eines bestehenden Mietobjekts, ohne dass der Vermieter irgendetwas tut, und das Kaufargument verschiebt sich von der Wertsteigerung hin zum laufenden Ertrag. Diese Verschiebung ist in London weiter fortgeschritten als sonst irgendwo im Land, denn London ist die einzige Region, in der die Kapitalwertseite offen negativ ist.

Der Vorbehalt im Vergleich

Das ONS führt die schwächere Sommerdynamik teils auf die Änderungen der Stamp Duty vom April 2025 zurück, die Transaktionen vorgezogen und eine unbequeme Basis für Jahresvergleiche hinterlassen haben. Nordirlands 9,2 % sind zudem eine Quartals- und keine Monatszahl, und nordirische Mieten werden nur bis Mai statt bis Juli ausgewiesen — das Land läuft also nie ganz auf derselben Uhr wie die anderen drei. Wer die Schlagzeile von 2,0 % als Prognose statt als rückblickende Messung abgeschlossener Junitransaktionen liest, legt mehr hinein, als die Zeitreihe hergibt.

Sources: Office for National Statistics, Private rent and house prices, UK: August 2026 (19 Aug 2026) https://www.ons.gov.uk/economy/inflationandpriceindices/bulletins/privaterentandhousepricesuk/august2026

Market data: United Kingdom