Britische Verkäufer drängen zurück auf den Markt, Londons Preiserwartungen auf Dreijahrestief
RICS-Umfrage Juli 2026: Neue Verkaufsmandate springen von -23 auf -4, der nationale Preissaldo mildert sich auf -30, Londons Zwölfmonatsausblick fällt auf -23.
Die deutlichste Bewegung in der am 13. August veröffentlichten Juli-Umfrage der Royal Institution of Chartered Surveyors betraf nicht die Preise, sondern das Angebot. Der Nettosaldo der Gutachter, die neue Verkaufsmandate melden, sprang von -23 im Juni auf -4 — eine Verbesserung um 19 Punkte und der abrupteste Einzelausschlag der gesamten Veröffentlichung. Das zusätzliche Angebot trifft dabei auf ein Nachfragebild, das sich überhaupt nicht bewegt hat.
Kaufanfragen verharrten bei -28, abgeschlossene Verkäufe bei -30, beide unverändert gegenüber Juni. Der Schlagzeilensaldo der Hauspreise milderte sich leicht von -32 auf -30. Damit übertreffen die Gutachter, die Rückgänge sehen, jene, die Anstiege sehen, weiterhin um 30 Prozentpunkte.
Ein Angebotsschock ohne Nachfrageantwort
Wenn die Mandate anziehen und die Anfragen nicht, weist die Rechnung nur in eine Richtung. Den Preisausblick auf drei Monate setzen die Gutachter auf -31, praktisch unverändert. Das legt nahe, dass die Branche erwartet, der zusätzliche Bestand werde über den Preis absorbiert und nicht über eine Belebung der Transaktionen. Der Zwölfmonatsblick ist der einzige Lichtblick: Der nationale Preissaldo auf Jahressicht liegt bei +4, allerdings nach +8 im Juni, und die Verkaufserwartungen für denselben Horizont stiegen auf den positivsten Wert seit Februar.
In London ist die Stimmung gebrochen
Die Hauptstadt ist in diesem Datensatz inzwischen ein eigener Markt. Londons Saldo der Preiserwartungen auf zwölf Monate fiel von -10 auf -23, der schwächste Wert seit Oktober 2023. Gegenüber dem nationalen Wert von +4 ergibt das eine Lücke von 27 Punkten zwischen der Sicht der Gutachter auf London und ihrer Sicht auf den Rest des Landes. RICS-Mitglieder führen die Divergenz auf das innenpolitische und fiskalische Klima sowie auf die Kosten der Hypothekenfinanzierung zurück, nicht auf etwas, das spezifisch für Londons Wohnungsbestand wäre — trifft das zu, spiegelt die Lücke wider, wer in London kauft, und nicht, was dort zum Verkauf steht.
Was die zugrunde liegenden Zahlen zeigen
Die am 23. Juli 2026 erfasste Großbritannien-Zeile von Glopra weist einen nationalen Durchschnitt von 3.850 US-Dollar je Quadratmeter und eine Brutto-Mietrendite von 7,35 % aus. Unser Blasenrisiko-Score für das Vereinigte Königreich liegt bei 41 von 100 — im moderaten Band und unter den niedrigeren Werten der von uns beobachteten entwickelten europäischen Märkte, deutlich unter Portugal mit 84, Spanien mit 61 und den Niederlanden mit 65. Ein Markt mit schwacher Stimmung und geringem Bewertungsstress ist etwas anderes als einer, in dem beides angespannt ist.
Die standardisierte effektive Steuer auf die Mieteinkünfte eines nicht ansässigen Vermieters liegt im Vereinigten Königreich in unserem Modell bei rund 18,5 %, sodass sich die ausgewiesene Bruttorendite nach Steuern erheblich verengt. Die Stimmung der Gutachter ist ein Frühindikator für Aktivität, kein Preisindex; die RICS-Salden sagen, was Praktiker in diesem Monat in ihren Büchern sehen — und in diesem Monat sehen sie Verkäufer, keine Käufer.
Sources: RICS UK Residential Market Survey https://www.rics.org/news-insights/market-surveys/uk-residential-market-survey; Reuters via The Star https://www.thestar.com.my/business/business-news/2026/08/14/london-house-price-sentiment-sours-further; Trading Economics https://tradingeconomics.com/united-kingdom/rics-house-price-balance
Market data: United Kingdom