Eine US-Familie braucht 34 % ihres Einkommens für einen Neubaukredit – erster Anstieg seit drei Quartalen
Eine typische US-Familie brauchte im zweiten Quartal 34 % ihres Einkommens für den Kredit auf einen Neubau zum Medianpreis, nach 32 %. Der Zinsansatz stieg auf 6,51 %.
Die Bezahlbarkeit von Wohneigentum in den USA hat sich im zweiten Quartal 2026 erstmals seit einem Jahr verschlechtert. Der am 20. August veröffentlichte NAHB/Wells Fargo Cost of Housing Index zeigt, dass eine typische Familie 34 % ihres Einkommens aufwenden muss, um den Kredit für ein neu gebautes Haus zum Medianpreis zu bedienen – nach 32 % im ersten Quartal. Bei Bestandsimmobilien fiel die Verschlechterung schärfer aus: 36 % nach zuvor 32 %. Damit endeten drei aufeinanderfolgende Quartale der Verbesserung.
Den größten Teil des Schadens richteten die Zinsen an – aber nicht den ganzen
Der Hypothekenzinsansatz des Index stieg zwischen den beiden Quartalen von 6,20 % auf 6,51 % – 31 Basispunkte, für sich genommen schon genug, um die Monatsrate spürbar zu erhöhen. Auch die Preise bewegten sich. Der Medianpreis für Neubauten legte um 2 % auf 410.700 Dollar zu, von 403.200 Dollar. Der Medianpreis für Bestandsimmobilien stieg um 8 %, von 404.300 auf 434.900 Dollar – deshalb sprang der Bestandswert um vier Prozentpunkte, während der Neubauwert nur zwei zulegte.
Das mittlere Familieneinkommen, der Nenner in dieser ganzen Rechnung, lag bei 106.800 Dollar.
Die Last verteilt sich ungleich
Bei Familien mit dem halben Medianeinkommen beschreiben die Zahlen keine Anspannung mehr, sondern eine Unmöglichkeit. Ein solcher Haushalt bräuchte 67 % seines Einkommens für einen Neubau zum Medianpreis und 71 % für eine Bestandsimmobilie zum Medianpreis – beide Werte nach 65 % im ersten Quartal. Kein konventioneller Kreditvergabestandard lässt das zu, was nichts anderes heißt, als dass diese Käufer am Markt schlicht nicht vorkommen.
Acht Metropolregionen, in denen mehr als die Hälfte des Einkommens in den Kredit geht
Von den 175 Metropolregionen, die der Index abdeckt, gelten 8 als stark kostenbelastet: Eine typische Familie bräuchte dort mehr als 50 % ihres Einkommens für einen typischen Kredit. Weitere 77 sind mit 31 bis 50 % mäßig belastet, 90 liegen bei 30 % oder darunter. Das Extrem ist San José mit 82 % bei Bestandsimmobilien; am günstigsten ist Decatur in Illinois mit 16 %. Bei einem fünffachen Abstand zwischen zwei amerikanischen Städten taugt der nationale Wert kaum als Orientierung für einen konkreten Kauf.
Was unsere eigenen US-Zahlen zeigen
Glopras USA-Datensatz vom 23. Juli 2026 weist einen Landesdurchschnitt von 2.454 Dollar je Quadratmeter aus, bei einer Bruttomietrendite von 6,71 % und Preisen, die binnen zwölf Monaten um 2,0 % gestiegen sind. Unser Miami-Datensatz vom selben Tag liest sich ganz anders: 5.802 Dollar je Quadratmeter und Preise, die im Jahresvergleich um 3,1 % nachgeben. Miami kostet je Quadratmeter mehr als das Doppelte des Landesdurchschnitts und fällt, während das Land steigt.
Diese Divergenz ist genau der Punkt, den die NAHB-Metropoltabelle von der Bezahlbarkeitsseite her macht. Ein nationaler Bezahlbarkeitsindex ist die Zusammenfassung von 175 Märkten, die sich nicht gemeinsam bewegen – und der Abstand zwischen ihnen weitet sich, seit die Zinsen wieder zu steigen begannen.
Das Gegengewicht
Ein Quartal begründet keinen Trend, und der Zinsansatz ist der Schwungfaktor: Kommen die Hypothekenzinsen zurück, verbessert sich der Wert des dritten Quartals, ohne dass ein einziger Preis fällt. Das dauerhaftere Signal ist der Quartalssprung von 8 % beim Medianpreis für Bestandsimmobilien – den macht keine Zinsbewegung rückgängig.
Sources: NAHB https://www.nahb.org/news-and-economics/press-releases/2026/08/housing-affordability-worsens-on-higher-mortgage-rates; Bloomberg via Yahoo Finance https://finance.yahoo.com/real-estate/articles/us-housing-affordability-gauge-worsens-173247649.html
Market data: United States · Miami