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Marokkos Immobilienmarkt 2026: eine ausgewogene Momentaufnahme

Ein ruhiger, datengestützter Blick darauf, wo Marokkos Immobilienpreise, Mietrenditen und Nachfrage 2026 stehen — von den Riads in Marrakesch über Wohnungen in Casablanca bis zur aufstrebenden Küste von Tanger.

Marokko tritt 2026 mit einem Immobilienmarkt ins Jahr, der eher solide als spektakulär wirkt. Nach einigen schwankungsreichen Jahren haben sich die Preise in eine ruhige, weitgehend seitwärts gerichtete Phase eingependelt, während wiederbelebter Tourismus und eine Welle von Infrastrukturausgaben die Nachfrage leise neu ordnen. Wer das Land von außen verstehen will, sieht Stabilität mit einzelnen Zonen echter Dynamik.

Wo die Preise stehen

In den großen Städten bewegen sich die Wohnungspreise pro Quadratmeter in einem weitgehend ähnlichen Bereich. In Casablanca liegt der Median bei rund 12.000 MAD/m² (etwa 1.120 €), die Durchschnittswerte näher bei 14.000 MAD/m². Marrakesch ist vergleichbar, mit einem Median nahe 10.500 MAD/m² (etwa 985 €), während erstklassige Riads in der Medina 25.000–40.000 MAD/m² erreichen. Tanger bleibt das zugänglichste der drei mit einem Median um 9.800 MAD/m² (etwa 917 €), auch wenn Premiumviertel wie Malabata deutlich mehr kosten.

Renditen und der jüngste Trend

Die Bruttomietrenditen zählen zu den stillen Stärken Marokkos. In Casablanca liegen die durchschnittlichen Bruttorenditen bei rund 7,31 % und damit bequem über vielen europäischen Hauptstädten. Das Preiswachstum fiel dagegen bescheiden aus: Die landesweiten Daten deuten auf einen Anstieg von nur etwa 0,15–0,2 % im Jahresvergleich in nominalen Werten hin — die Preise blieben also praktisch unverändert und waren inflationsbereinigt leicht negativ. Auch die Transaktionsvolumina haben sich gegenüber dem Vorjahr abgekühlt.

Was die Nachfrage antreibt

Mehrere Kräfte laufen zusammen. Der Tourismus bricht weiter Rekorde und befeuert die Nachfrage nach kurzzeitig vermieteten Riads und Küstenwohnungen. Ausländische Käufer, angezogen von Lebensstil und relativem Wert, halten den Zweitwohnungsmarkt in Marrakesch und entlang der Nordküste lebendig. Vor allem lenken die Vorbereitungen auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2030 — mit Marokko als Mitausrichter — hohe Investitionen in Verkehr, Stadien und Stadterneuerung, wobei Casablanca und Tanger zu den Hauptprofiteuren zählen.

Die wichtigsten Risiken

All das hat seine Vorbehalte. Das schwache reale Preiswachstum bedeutet, dass Wertsteigerungen alles andere als sicher sind. Die schwächere Transaktionsaktivität deutet auf vorsichtige Käufer hin, und ein Großteil der WM-Euphorie ist in bestimmten Hotspots bereits eingepreist. Währung, Finanzierungsbedingungen und die Lücke zwischen angebotenen und tatsächlich erzielbaren Mieten erfordern allesamt Vorsicht.

Eine kurze, ehrliche Anmerkung: Die obigen Zahlen sind Schätzungen aus öffentlichen Quellen — Global Property Guide, dem Immobilienpreisindex der Bank Al-Maghrib / HCP und Daten lokaler Agenturen. Es sind indikative Momentaufnahmen, keine präzisen Bewertungen, und die örtlichen Bedingungen variieren stark.

Nur zur Information — keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Bitte konsultieren Sie vor jeder Entscheidung eine qualifizierte örtliche Fachkraft.

Sources: globalpropertyguide.com, bkam.ma, sandsofwealth.com, agenz.ma, hcp.ma

Market data: Morocco · Marrakech