Portugal genehmigt weniger Gebäude, aber 10,8 % mehr Wohnungen im zweiten Quartal 2026
Portugal genehmigte im zweiten Quartal 2026 rund 6.200 Gebäude, 7,1 % weniger als im Vorjahr — die Zahl der darin enthaltenen neuen Wohnungen stieg um 10,8 %.
Portugal hat im zweiten Quartal 2026 rund 6.200 Gebäude genehmigt, 7,1 % weniger als im Vergleichsquartal 2025. Die Zahl der darin bewilligten neuen Familienwohnungen stieg dagegen auf etwa 11.800, ein Plus von +10,8 %. Dass diese beiden Zahlen in entgegengesetzte Richtungen laufen, ist die eigentliche Nachricht der am 11. September 2026 vom nationalen Statistikinstitut veröffentlichten Daten.
Weniger Genehmigungen, mehr Wohnungen je Genehmigung
Auf der Fertigstellungsseite wiederholt sich das Muster. Rund 3.900 Gebäude wurden im Quartal fertiggestellt, 4,2 % weniger als im Vorjahr, während die darin fertiggestellten Wohnungen auf etwa 7.400 stiegen, ein Plus von 11,6 %. Ein Land kann nur aus einem Grund weniger Gebäude genehmigen und trotzdem mehr Wohnungen schaffen: Das durchschnittlich genehmigte Gebäude enthält heute mehr Einheiten. Portugal verschiebt sich vom Einfamilien- und Reihenhausbau zum Geschosswohnungsbau — die übliche Reaktion eines Marktes unter Preisdruck.
Die Sanierung fällt doppelt so schnell wie der Neubau
Der Neubau machte 77,5 % der genehmigten Gebäude aus und ging im Jahresvergleich um 5,6 % zurück. Sanierungsvorhaben fielen um 11,9 %, mehr als doppelt so stark. Vom genehmigten Neubau waren 83,1 % für Familienwohnen bestimmt. Der Rückzug aus der Sanierung wiegt in einem Land schwer, dessen Innenstädte einen grossen Bestand verwahrloster Gebäude tragen: Sanierung ist der langsamere und teurere Weg zu neuem Angebot, und sie ist das Erste, was Entwickler streichen, wenn die Finanzierung enger wird.
Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden 12.700 Gebäude genehmigt, 8,4 % weniger als im Vorjahreszeitraum; das zweite Quartal war also kein isolierter Einbruch. Auf der Fertigstellungsseite entfielen auf die Regionen Norden und Zentrum zusammen 57,9 % der fertiggestellten Gebäude. Der physische Zuwachs an Angebot findet damit weiterhin ausserhalb des Grossraums Lissabon statt.
Eine Angebotsreaktion, noch keine Preisreaktion
Dem stehen die eigenen Marktdaten von Glopra gegenüber, die für portugiesische Wohnimmobilien ein Preisplus von 17,8 % über zwölf Monate auf einer transaktionsbasierten Landesreihe ausweisen — einer der stärksten Anstiege unter den erfassten europäischen Märkten, bei einer Bruttomietrendite von 4,29 %. Ein zweistelliger Zuwachs genehmigter Wohnungen ist ein Angebotssignal, doch Baugenehmigungen liegen zwei bis drei Jahre vor fertigen Wohnungen. Nichts, was in diesem Quartal genehmigt wurde, lindert den heutigen Mangel.
Eine Einschränkung gehört dazu. Genehmigungen zählen Absichten, nicht Bautätigkeit. Eine Genehmigung kann verfallen, weiterverkauft werden oder ungenutzt liegen, während ein Entwickler auf Zinsen oder Kosten wartet — und die Lücke zwischen genehmigten und fertiggestellten Wohnungen ist in Portugal seit Jahren gross. Die Fertigstellungszahlen dieser Veröffentlichung beschreiben Projekte, die vor dem laufenden Zyklus bewilligt wurden, nicht die, die jetzt bewilligt werden.
Sources: Instituto Nacional de Estatistica Portugal, Obras Licenciadas e Concluidas Q2 2026 https://www.ine.pt/xportal/xmain?xpgid=ine_destaques&xpid=INE&xlang=pt; idealista/news Portugal https://www.idealista.pt/news/imobiliario/construcao/2026/09/11/77600-mais-casas-edificios-licenciados-e-concluidos-recuam-no-2o-trimestre; Diario de Noticias da Madeira https://www.dnoticias.pt/2026/9/11/505080-edificios-licenciados-no-segundo-trimestre-recuam-71-em-portugal